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27.03.2013

13:32 Uhr

East Side Gallery

Polizisten schützen Abriss von Mauerabschnitt

Berlins Verwaltung befürchtete erneute Proteste: Der kurzfristige Abriss eines Teilstücks der East Side Gallery findet unter Anwesenheit von 250 Polizisten statt. Der Investor verspricht, die Teile wieder einzusetzen.

Sogar David Hasselhoff kam nach Berlin, um den Mauerabschnitt zu retten. dpa

Sogar David Hasselhoff kam nach Berlin, um den Mauerabschnitt zu retten.

BerlinDer Investor des umstrittenen Bauprojekts an der East Side Gallery in Berlin hat angekündigt, herausgetrennte Mauerteile später wieder einzusetzen. Die „temporäre Mauerversetzung“ sei aber notwendig geworden, weil in Gesprächen mit dem Senat, Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und den Investoren des Nachbargrundstücks auch nach vier Wochen keine Alternative gefunden worden sei, teilte Living Bauhaus am Mittwoch mit.

East Side Gallery

Entstehung

Im Frühjahr 1990 nach dem Fall der Mauer

Länge

1.316 Meter (längste Mauergalerie der Welt)

Gestaltung

118 Künstler aus 21 Ländern beteiligten sich an der Bemalung der Mauergalerie, darunter bekannte Künstler wie Thomas Klingenstein, Thierry Noir, Jim Avignon und Bodo Sperling.

Bilder

Gut hundert Gemälde säumen die Mauerwände. Thema sind die politischen Veränderungen 1989/90.

Eröffnung

Am 28. September 1990 wurde die East Side Gallery offiziell eröffnet. Im Jahr darauf wurde sie unter Denkmalschutz gestellt.

Sanierung

1996 gründete sich die Künstlerinitiative East Side Gallery, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Mauergalerie instand zu halten. 2000 und 2008 kümmerte sich der Verein um die Sanierung der Galerie.

Teilversetzung

2006 wurde ein Teil der East Side Gallery versetzt. Grund war der Bau einer Veranstaltungshalle gegenüber des Denkmals.

Aktuelle Debatte

Wegen eines Brückenzugangs soll ein weiterer Teil des Kunstwerks versetzt werden. Das hat in der Berliner Bevölkerung großen Unmut ausgelöst. Der Verein „East Side Gallery“ fordert, die Mauer in ihrer Gänze zu erhalten.

Am Morgen waren überraschend vier weitere Mauerteile aus der weltbekannten Mauer-Galerie herausgetrennt worden. Damit soll eine provisorische Zufahrt zur Baustelle für das geplante Wohnhochhaus geschaffen werden. „Wir bedauern, dass es aktuell keinen anderen Weg gibt“, teilte ein Sprecher von Living Bauhaus weiter mit.

Bei dem herausgetrennten Part handele es sich um das Teilstück, das nach heftigen Demonstrationen zunächst vom Abriss verschont worden war, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwochmorgen. Die Polizei, die Demonstrationen befürchtete, war mit etwa 250 Beamten im Einsatz und beobachtete die Arbeiten. Die von Künstlern bemalte East Side Gallery ist das längste noch erhaltene Stück Mauer.

East Side Gallery Berlin: Scheinheiliger Protest oder notwendiges Engagement?

East Side Gallery Berlin

Scheinheiliger Protest oder notwendiges Engagement?

Die Teilversetzung der East Side Gallery sorgt für Diskussionen. Ein Pro und Contra.

Der Investor eines dort geplanten Hochhauses hatte in den vergangenen Wochen die Bagger zunächst angehalten. Nachdem Gespräche unter anderem mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ohne konkretes Ergebnis geblieben waren, wird nun abgerissen. Der Initiator der Initiative „Mediaspree versenken“, Robert Muschinski, sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass jetzt die Gegner des Projektes mobilisiert würden. In den vergangenen Wochen hatten bis zu 6000 Demonstranten gegen den Abriss protestiert.

East Side Gallery

Berliner reißen Mauer doch ab

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Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

27.03.2013, 08:24 Uhr

Für Geld bleibt jede Moral auf der Strecke. Das ist auch hier so. Warum nicht?

KaiserWilhelm

27.03.2013, 08:46 Uhr

Interessant! Meines Wissens war dieses Teilstück unter Denkmalschutz. Alles kein Thema! Berlin, shame on you!!!

Was müssen sich Hausbesitzer, die Renovierungen und Sanierungen durchführen Tag für Tag mit dem Denkmalschutz herumplagen (mal zu Recht, mal zu Unrecht). Wenn allerdings mal irgend etwas politisch abgesegnet ist dann ist der Denkmalschutz schnell ausgehebelt. Warum war denn Herr Wowereit in dieser Sache so verdächtig still??

Und die Berliner sollten sich mal tüchtig schämen! Sie haben am Meisten vom Mauerfall profitiert. Und jetzt? Der alte Hasselhoff muss einfliegen und den Berlinern zeigen, was Sache ist. So langsam drängt sich wirklich der Verdacht auf, dass die Berliner die Marmelade nicht im Bauch, sondern im Kopf haben.

harry

27.03.2013, 08:47 Uhr

Die Süddeutsche hat es treffend formuliert: "Schön, dass wir geredet haben".
Ein weiteres mal veralbert von Politik und Kapital...

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