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27.10.2016

17:10 Uhr

Ebay-Baby

Mutter zieht mit Kind in betreute Einrichtung

Vondpa

Ein Baby für 5000 Euro bei Ebay: Was sich ein Vater in dem Online-Auktionshaus erlaubte, war kein Scherz, sondern traurige Realität. Eine Richterin musste in Duisburg entscheiden, was mit der jungen Familie geschieht.

Das Familiengericht in Duisburg entschied darüber, was mit dem Baby und den Eltern geschehen soll. Das Urteil wurde mit Spannung erwartet. dpa

Familienrichterin entscheidet über Verbleib des „Ebay-Baby“

Das Familiengericht in Duisburg entschied darüber, was mit dem Baby und den Eltern geschehen soll. Das Urteil wurde mit Spannung erwartet.

DuisburgWas soll mit einem Baby geschehen, das von seinem Vater im Internet angeboten worden ist? Soll es bei einer Pflegefamilie bleiben? Soll es zurück zu seinen Eltern, weil die Annonce auf Ebay Kleinanzeigen laut Vater ja nur ein Scherz gewesen ist? Das Amtsgericht Duisburg hat am Donnerstag einen anderen Weg gewählt: Die 20-jährige Mutter bekommt ihr Kind zurück und zieht mit ihm in eine Mutter-Kind-Einrichtung. Umgehend und bis auf Weiteres.

Und der Vater? Ohne Aufsicht soll er das Baby, das er als „Maria“ für 5000 Euro angeboten hatte, nicht sehen dürfen. „Ein unbeaufsichtigter Kontakt des Vaters zum Kind“ soll ausgeschlossen werden. „Ergänzende Maßnahmen“ hat das Gericht dazu angeordnet. Details dazu wurden nicht bekannt.

Ein Blick zurück: Das Verkaufsangebot erscheint am 11. Oktober in einem verstörenden Online-Inserat: Für 5000 Euro soll ein echtes Baby den Besitzer wechseln. Es handele sich um ein Kind namens Maria, ist in gebrochenem Deutsch in der Beschreibung zu lesen: „Er ist ein kleines Kind, das 40 Tage alt namens Maria (...) verkaufen“. Der Verkäufer trägt im Portal den Namen „Kühlschrank“. Vier Fotos hat er dazu gestellt. Sie zeigen ein niedliches Baby im Strampelanzug. Ein übler Scherz?

Mitarbeiter der Handelsplattform bemerken die Anzeige jedenfalls schon nach etwa 30 Minuten. Sie sperren sie und verständigen die Polizei. Die findet heraus, von welchem Anschluss aus die Annonce veröffentlicht wurde. Am Abend des 12. Oktober wird in Duisburg die Wohnung einer Flüchtlingsfamilie durchsucht. Die Mutter ist 20 Jahre, der Vater 28 Jahre alt. „Maria“ ist ihr einziges Kind. Beide werden vernommen, das Jugendamt nimmt das Kind aus der Familie und gibt es in die Obhut einer Pflegefamilie. Es geht dem Kind „den Umständen entsprechend gut“, heißt es danach bei der Stadt Duisburg.

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