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09.07.2014

15:10 Uhr

Ecclestone-Prozess

Bernie, der „freundliche Makler“?

VonCornelia Knust

Donald Mackenzie von CVC zeichnet vor Gericht ein freundliches Bild von Bernie Ecclestone. Er hat offensichtlich kein Interesse an einer Verurteilung des Formel-1-Chefs wegen Bestechung. Doch Freunde sind sie nicht.

Die Aussagen von Donald Mackenzie vor Gericht waren ganz im Sinne von Ecclestones Verteidigung. Reuters

Die Aussagen von Donald Mackenzie vor Gericht waren ganz im Sinne von Ecclestones Verteidigung.

MünchenDonald Mackenzie ist ein unbescholtener Bernhard Ecclestone offenbar mehr wert als ein wegen Bestechung Verurteilter. Das lässt sich zumindest aus der Grundlinie seiner Aussagen vor dem Landgericht München I herauslesen.

Dort steht Ecclestone seit April vor Gericht, weil er 2005 dem Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky 44 Millionen Dollar gegeben haben soll, damit dieser die Anteile seiner Bank an der Formel 1 an Mackenzie verkauft – genauer an die von ihm gegründete und bis heute geführte Investmentgesellschaft CVC mit Sitz in London. Angeblich wollte Ecclestone damit seine eigene Machtposition sichern und freie Hand für die weitere Geschäftspolitik haben.

Mackenzie macht sie unglaubwürdig, diese Darstellung einer solchen Unrechtsabrede, die Gribkowsky in einen Geständnis vor Gericht geäußert hat und für die er (in Tateinheit mit Steuerhinterziehung) eine langjährige Haftstrafe absitzt.

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Ecclestone, damals wie heute Chief Executive Officer der Formel1-Gesellschaften, sei, so Mackenzie, als „freundlicher Makler“ aufgetreten – und zwar zugunsten seiner Anteilseigner, indem er ihre vermutliche Kaufpreisforderung gleich einmal doppelt so hoch taxierte (2 Milliarden Dollar) wie Mackenzie ursprünglich bereit war zu zahlen.

Ihn überkomme aus heutiger Sicht ein gewisses „professionelles Schamgefühl“, weil er ja mittlerweile wisse, dass es damals keine anderen Kaufinteressenten gab und schon gar nicht noch ein solches „sehr, sehr großzügiges Angebot“, sagte Mackenzie.

„Wir haben rückblickend das Risiko unterschätzt“, sagte Mackenzie weiter. Tatsächlich blieb jahrelang im Unklaren, welchen Anteil am Gewinn des Rennzirkus die Teams der Formel 1 würden durchsetzen können, die auf mehr Einfluss drängten. Dabei stand und fiel damit die Werthaltigkeit des Investments in die Formel 1.

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