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07.04.2015

15:14 Uhr

Edekas Werbe-Hit: Friedrich Liechtenstein

Supergeil, diese Algen

Vor einem Jahr machte ein Wort Friedrich Liechtenstein schlagartig bekannt: „Supergeil.“ In seiner Biografie erfährt man nun, warum der Berliner Künstler Algen liebt und was das über sein Leben sagt.

Liechtenschein schaffte es mit dem Werbevideo für einen Supermarkt sogar bis in die „New York Times“. Jetzt erscheint seine Biografie - und das Cover passt kaum zum Inhalt. dpa

Friedrich Liechtenstein stellt Biografie vor

Liechtenschein schaffte es mit dem Werbevideo für einen Supermarkt sogar bis in die „New York Times“. Jetzt erscheint seine Biografie - und das Cover passt kaum zum Inhalt.

BerlinDie Sache mit den Algen ist Friedrich Liechtenstein wirklich wichtig. Schon als Kind soll er in sein Tagebuch geschrieben haben, er wolle die glibberigen Wasserpflanzen untersuchen. Algenforscher? Ein Traumberuf! „Ist es eigentlich noch immer, wenn ich ganz ehrlich bin“, sagt Liechtenstein heute. „Aber ich weiß nicht so richtig, wie ich das Ding angehen soll.

Der selbst ernannte Flaneur und Entertainer sitzt in einem Berliner Café, die verspiegelte Sonnenbrille behält er auch drinnen auf. Ein Jahr ist es her, dass der YouTube-Clip „Supergeil“ millionenfach geklickt wurde. Der Künstler schaffte es mit dem Werbevideo für einen Supermarkt sogar bis in die „New York Times“. Jetzt erscheint seine Biografie - und das Cover passt kaum zum Inhalt.

Der Werberrat: Raus aus der Schublade!

Der Werberrat

Raus aus der Schublade!

Friedrich Liechtenstein wird wohl immer „der Typ aus der Supergeil-Werbung“ sein. Das Schubladendenken entspricht der auf schnelle Emporkömmlinge fokussierten Welt. Liechtenstein kann den medialen Zirkus für sich nutzen.

Liechtenstein posiert darauf in James Bond-Manier, mit Bart und goldenen Nägeln. Ein bisschen Bling Bling, ein simpler Titel. Die ersten Seiten dagegen klingen drastisch, beschrieben wird seine Geburt: „Ich lag gekrümmt, aber nicht mehr behaglich in meiner Lache, umgeben vom warmen Innenleben meiner Mutter. (...) Ärzte griffen zum Notfallbesteck und öffneten ihr den Bauch mit einem Skalpell.“

Das war in den 50ern in der DDR. Hans-Holger Friedrich hieß er damals, viele Jahre später wird er sich umbenennen. Der Leser erfährt, dass er als Koch gearbeitet und Puppenspiel gelernt hat. Er verlässt seine Familie für die Kunst und kommt jahrelang kaum über die Runden mit dem, was er verdient. Irgendwann heuert er als Entertainer auf einem Kreuzfahrtschiff an. Zur Kunstfigur Friedrich Liechtenstein wird er erst 2003.

Was ihn begleitet, ist die Faszination für Algen. Seiner Meinung nach geben Algen Antworten auf viele Probleme, die unsere Gesellschaft beschäftigen: Trinkwasser, Energie, Wellness, Hunger, Design. „Überall ist die Alge ganz vorn und kann immer irgendeinen Beitrag leisten“, sagt Liechtenstein. Er sieht auch Parallelen zwischen Algen und seinem Leben.

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