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20.05.2016

00:21 Uhr

Egypt-Air-Absturz

Doch keine Wrackteile von vermisster Maschine gefunden

Ein Airbus von Egypt-Air ist über dem Mittelmeer abgestürzt. Ein Anschlag als Ursache wird nicht ausgeschlossen. Nun hat die Fluggesellschaft Angaben korrigiert, wonach Wrackteile der vermissten Maschine gefunden wurden.

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Athen/KairoDer Egypt-Air-Flug MS804 von Paris nach Kairo ist mit 66 Menschen an Bord über dem Mittelmeer abgestürzt und zerschellt. Die Fluglinie korrigierte am Donnerstag nach Einbruch der Nacht eigene Angaben, wonach Wrackteile der Maschine gefunden wurden. Zuvor hatte Griechenland Berichte aus Ägypten, wonach Wrackteile nahe der Insel Karpathos geortet worden seien, dementiert. Zunächst gab es keine Hinweise auf Überlebende des Absturzes. Deutsche waren nicht an Bord.

Frankreichs Präsident François Hollande sprach von der Möglichkeit eines Unfalls oder eines terroristischen Hintergrunds - keine Schlussfolgerung sei auszuschließen.

Das ist die Fluggesellschaft Egypt-Air

Staatliche Fluggesellschaft

Egypt-Air ist die staatliche Fluggesellschaft Ägyptens. Die Airline ist seit 2008 Teil des internationalen Luftfahrtbündnis Star Alliance, zu dem auch die Lufthansa gehört.

Flotte

Die Gesellschaft betreibt eine Flotte aus rund 80 Maschinen und fliegt vor allem mit modernen Flugzeugen der großen Hersteller Boeing und Airbus.

Alter der Maschinen

Das Durchschnittsalter der Flieger lag laut Egypt-Air zuletzt bei rund 10 Jahren. Damit liegt die Airline im üblichen Rahmen, bei der Lufthansa sind die Maschinen im Schnitt ein wenig älter, bei Emirates etwa deutlich jünger.

Modelle

Das häufigste Muster ist die Boeing 737 mit 20 Flugzeugen, gefolgt vom Airbus A320 mit 13 Maschinen.

Geschichte

Die Fluglinie wurde im Mai 1932 gegründet und war nach eigenen Angaben damit die erste Airline im Nahen Osten und in Afrika.

In den Schlagzeilen

In die Schlagzeilen geriet Egypt-Air Ende März, als ein Mann mit der Attrappe eines Sprengstoffgürtels einen Flieger nach Zypern entführte – die Tat hatte keinen terroristischen Hintergrund, niemand wurde verletzt.

Quelle: dpa

Ägyptens Regierung hielt einen Terroranschlag für plausibler als ein Unglück. Die Umstände wiesen darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit eines Anschlags wesentlich höher sei als ein technischer Fehler, sagte Luftfahrtminister Scherif Fathi am Nachmittag.

Das Flugzeug war etwa zehn bis fünfzehn Seemeilen im ägyptischen Luftraum in einer Höhe von 37.000 Fuß (knapp 11.300 Meter) ins Trudeln geraten, wie der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos sagte. „Dann machte es eine Drehung von 90 Grad nach links und danach eine andere Drehung von 360 Grad nach rechts und fiel auf eine Höhe von 15.000 Fuß. Sein Radarbild verschwand auf einer Höhe von 10.000 Fuß“, sagte Kammenos, der von einem Absturz ausging. Einen Notruf setzten die Piloten nicht mehr ab.

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Ein Flugzeug gerät ins Trudeln, wenn der Auftrieb an den Tragflächen abreißt. Das Flugzeug dreht sich dann unter schnellem Höhenverlust immer wilder um die eigenen Achse. Für das Trudeln kann es verschiedene Gründe geben - dass es kein Notsignal gab, spricht aber für ein plötzliches Ereignis wie etwa eine Explosion, sonst hätte die Cockpit-Crew wohl ein Notsignal gesendet. Sowohl in Ägypten als auch in Frankreich nahmen die Staatsanwaltschaften Ermittlungen auf.

Der Airbus war nach Angaben des Flughafens Charles de Gaulle um 23.21 Uhr am Mittwoch in Paris losgeflogen. Gegen 2.30 Uhr am Donnerstag - eine gute halbe Stunde vor der geplanten Ankunft in Kairo - verschwand er vom Radar.

Griechische Helfer haben nach Angaben aus dem Außen- und Verteidigungsministerium in Athen keine Wrackteile gefunden. Erste Informationen über Wrackteile stammten ausschließlich von der ägyptischen Seite. Auf Wunsch Ägyptens hätten die griechischen Einsatzkräfte die Suche abgebrochen.

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