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01.06.2016

14:24 Uhr

Egyptair-Absturz

Flugschreiber im Mittelmeer geortet

Knapp zwei Wochen nach dem Absturz scheinen die Trümmer des Airbus A320 der Egyptair lokalisiert: Ein französisches Marineschiff hat einen Flugschreiber geortet. Der stammt „wahrscheinlich“ von der Unglücksmaschine.

Ein Flugschreiber wurde geortet, der „wahrscheinlich“ vom abgestürzten Airbus stammt. AP

Suche nach der Egyptair-Maschine

Ein Flugschreiber wurde geortet, der „wahrscheinlich“ vom abgestürzten Airbus stammt.

KairoBei der Suche nach der abgestürzten Egyptair-Passagiermaschine hat ein französisches Suchschiff im Mittelmeer Signale empfangen, die von den Flugschreibern stammen sollen. Das Spezialboot „Laplace“ habe die Zeichen vom Meeresgrund registriert, hieß in einer Mitteilung der Untersuchungskommission am Mittwoch in Kairo. Eine Suchaktion sei eingeleitet worden.

Der Airbus A320 war am 19. Mai mit 66 Personen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo über dem östlichen Mittelmeer abgestürzt. Die Ursache für das MS804-Unglück ist nach wie vor unklar. Mit Unterstützung von Griechenland und Frankreich hatte das ägyptische Militär Wrackteile rund 290 Kilometer vor der Küste Ägyptens geortet.

Die mit Unterwassertechnik ausgestattete „Laplace“ hat drei spezielle Detektoren an Bord, die Signale von Flugschreibern aufnehmen und lokalisieren könnten, wie die an der Untersuchung beteiligte französische Behörde für Sicherheit der zivilen Luftfahrt BEA mitgeteilt hatte. Es war vergangene Woche im östlichen Mittelmeer eingetroffen.

Das ist die Fluggesellschaft Egypt-Air

Staatliche Fluggesellschaft

Egypt-Air ist die staatliche Fluggesellschaft Ägyptens. Die Airline ist seit 2008 Teil des internationalen Luftfahrtbündnis Star Alliance, zu dem auch die Lufthansa gehört.

Flotte

Die Gesellschaft betreibt eine Flotte aus rund 80 Maschinen und fliegt vor allem mit modernen Flugzeugen der großen Hersteller Boeing und Airbus.

Alter der Maschinen

Das Durchschnittsalter der Flieger lag laut Egypt-Air zuletzt bei rund 10 Jahren. Damit liegt die Airline im üblichen Rahmen, bei der Lufthansa sind die Maschinen im Schnitt ein wenig älter, bei Emirates etwa deutlich jünger.

Modelle

Das häufigste Muster ist die Boeing 737 mit 20 Flugzeugen, gefolgt vom Airbus A320 mit 13 Maschinen.

Geschichte

Die Fluglinie wurde im Mai 1932 gegründet und war nach eigenen Angaben damit die erste Airline im Nahen Osten und in Afrika.

In den Schlagzeilen

In die Schlagzeilen geriet Egypt-Air Ende März, als ein Mann mit der Attrappe eines Sprengstoffgürtels einen Flieger nach Zypern entführte – die Tat hatte keinen terroristischen Hintergrund, niemand wurde verletzt.

Quelle: dpa

Die Behörden erhoffen sich durch die Daten der Blackboxes Aufschluss über die Absturzursache. Zuletzt hatte es geheißen, dass an Bord des Flugzeuges unmittelbar vor dem Absturz ein Rauchalarm ausgelöst wurde. Informationen, es gebe Hinweise auf eine Explosion an Bord, wurden als Spekulation zurückgewiesen.

Die Bergung der Flugschreiber könnte sich schwierig gestalten: der Meeresboden in dem mehr als 74 Quadratkilometer großen Suchgebiet ist an manchen Stellen bis zu 3000 Meter tief, wie es zuletzt aus Ermittlerkreisen geheißen hatte. Aus der Untersuchungskommission hieß es, auf jeden Fall solle bis Ende Juni ein Bericht zum Absturz vorgelegt werden, auch wenn die Flugschreiber bis dahin nicht gefunden seien.

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