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31.01.2007

10:44 Uhr

Ehefrau fordert öffentlich Entschuldigung

„Rosenkrieg“ im Hause Berlusconi

Veronica Lario, Ehefrau des italienischen Ex-Regierungschefs Silvio Berlusconi, hat in einem offenen Brief an die römische Zeitung „La Repubblica“ eine Entschuldigung ihres Gatten verlangt. Grund: Er habe jüngst in aller Offenheit einer anderen Frau den Hof gemacht. Mit dem Schreiben stellt sie sich nicht zum ersten Mal öffentlich gegen ihren 20 Jahre älteren Mann.

Veronica Lario Berlusconi samt Gatte Silvio. Foto: dpa

Veronica Lario Berlusconi samt Gatte Silvio. Foto: dpa

HB ROM. „Silvio hat meine Würde verletzt“, heißt es in dem Brief, den „La Repubblica“ (Mittwochausgabe) ganzseitig abdruckte. „Ich fordere eine öffentliche Entschuldigung“. Eine private habe Sie noch nicht bekommen, erklärte die 50-Jährige. Sie wolle ihre Würde als Frau verteidigen und damit auch ein Beispiel für ihre Töchter bieten.

„Einen solchen Rosenkrieg hat es in Italien niemals zuvor gegeben“, meinte ein Kommentator im Staatsfernsehen RAI. „Das ist kein Spaß, die Frau meint es ernst.“

Nach den Worten der eifersüchtigen Gattin hat Berlusconi bei einem Galaabend zu einer anderen Frau gesagt: „Wenn ich nicht schon verheiratet wäre, würde ich Sie sofort heiraten“. „La Repubblica“ zufolge habe sich zudem folgender Dialog zwischen der Schauspielerin Aida Yespica und Silvio Berlusconi zugetragen: „Mit Ihnen würde ich auf eine einsame Insel gehen“, sagte Yespica. Daraufhin antwortete der Ex-Regierungschef: „Ich würde mit Ihnen überall hingehen.“

Sie habe in den 27 Jahren, in denen sie mit dem Multimilliardär Berlusconi zusammen ist, stets Konflikte vermieden, „auch wenn sein Verhalten dazu Anlass gab“, meinte die attraktive Ex-Schauspielerin.

Frau Berlusconi hat sich schon des Öfteren gegen ihren Mann gestellt, in ihrer Biografie „Tendenza Veronica“ gesteht sie: „Ich habe Silvio nie gewählt, ich habe Sympathien für die Sozialisten.“ Außerdem sei sie strikt gegen den Irak-Krieg gewesen.

Auch sonst hielt sie in dem Buch mit Kritik an ihrem Gatten nicht hinter dem Berg: „Er hat immer ein Telefon am Ohr, selbst beim Weihnachtsessen.“ Richtig freuen könne er sich lediglich über einen Sieg seines Fußball-Clubs AC Mailand.

Aber auch Berlusconi ließ es an öffentlichen Ehebekenntnissen nicht fehlen: Einmal behauptete er, seine Frau habe ihn zum Liften seiner erschlaffenden Gesichtshaut gedrängt. Und vor den Wahlen 2005 versprach er, über mehrere Monate auf Sex verzichten zu wollen.

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