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13.08.2015

01:03 Uhr

Ehemaliger US-Präsident

Ärzte entdecken Krebs bei Jimmy Carter

Während einer Operation an der Leber haben Ärzte beim ehemaligen US-Präsidenten, Jimmy Carter, Krebs entdeckt. Der 90-jährige Friedensnobelpreisträger will deswegen nun seine Verpflichtungen zurückschrauben.

Ein Bild des ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter aus dem Jahr 2014: Auf der Website des Carter Centers hat der 90-Jährige mitgeteilt, dass er an Krebs erkannt sei. ap

Jimmy Carter

Ein Bild des ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter aus dem Jahr 2014: Auf der Website des Carter Centers hat der 90-Jährige mitgeteilt, dass er an Krebs erkannt sei.

Washington/AtlantaDer frühere US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Jimmy Carter (90) leidet nach eigenen Angaben an Krebs. Eine jüngste Operation an der Leber habe gezeigt, dass es bereits Metastasen in anderen Körperteilen gebe, teilte er am Mittwoch auf der Webseite des Carter Centers mit. „Die jüngste Leberoperation enthüllte, dass ich Krebs habe, der jetzt in anderen Teilen meines Körpers ist“, schrieb er. Wo der Krebs entstanden ist, teilte Carter nicht mit.

Er werde seine Verpflichtungen zurückschrauben, so dass er im Emory-Universitätskrankenhaus in Atlanta weiterbehandelt werden könne, hieß es ohne weitere Einzelheiten. Carter kündigte eine ausführlichere Mitteilung an, sobald nähere Einzelheiten bekannt sind, vermutlich in der nächsten Woche.

Der aus dem Südstaat Georgia stammende Carter war von 1977 bis 1981 US-Präsident. Seine Präsidentschaft begann zunächst hoffnungsvoll: Im September 1978 unterzeichneten der ägyptische Präsident Anwar al-Sadat und der israelische Ministerpräsident Menachem Begin zwei Friedens-Rahmenabkommen - ein sensationeller Coup, den Carter in zähen Geheimverhandlungen in Camp David eingefädelt hatte. Ein weiterer Erfolg war der Vertrag zur Begrenzung strategischer Rüstung SALT II, den Carter und der sowjetische Parteichef Leonid Breschnew im Juni 1979 unterzeichneten.

Doch dann überschatteten das Geiseldrama von Teheran, der Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan sowie Wirtschaftskrise und Dollar-Verfall seine Amtszeit.

444 Tage lang hielten iranische Studenten nach einem Überfall auf die US-Botschaft 1979 in Teheran über 50 Amerikaner in ihrer Gewalt. Eine Befreiungsaktion der Militärs endete in einem Debakel. Carter selbst wurde zur tragischen Figur - ein Präsident, der wie ein Gefangener im Weißen Haus sitzt und hilflos zuschaut.

Nach seiner Niederlage gegen den Republikaner Ronald Reagan engagierte sich der tief religiöse Carter als internationaler Friedensstifter und Entwicklungshelfer, wofür er 2002 den Friedensnobelpreis erhielt.

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