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26.11.2013

11:26 Uhr

Ein Jahr nach dem Unglück

Motiv für Newton-Amoklauf bleibt unklar

Ein Jahr nach dem Amoklauf von Newton hat die Staatsanwaltschaft einen Bericht zu dem Unglück veröffentlicht. Das Motiv des Schützen ist weiter unklar. Immerhin werden einige Details bestätigt.

An der Sandy-Hook-Grundschule in Newton, Connecticut, hat ein Amokläufer 2012 20 Kinder erschossen. dpa

An der Sandy-Hook-Grundschule in Newton, Connecticut, hat ein Amokläufer 2012 20 Kinder erschossen.

WashingtonAuch ein Jahr nach dem Schulmassaker im US-amerikanischen Newtown mit 27 Toten sind die Motive des Amokläufers nach wie vor unklar. Diese Frage „dürfte unglücklicherweise niemals schlüssig beantwortet werden“, heißt es in einem am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Bericht der zuständigen Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Connecticut.

Der Bericht bestätigte, dass der 20 Jahre alte Täter Adam Lanza psychische Probleme und zudem eine Waffen-Obsession hatte. Er habe allein gehandelt, aber zuvor keine Hinweise auf die Tat gegeben. Die Waffen habe er von seiner Mutter erhalten.

Amokläufe in den USA seit April 2012

April 2012

Bei einem Amoklauf an einem Privatcollege im nordkalifornischen Oakland kommen sieben Menschen ums Leben. Ein 43 Jahre alter ehemaliger Schüler stellt sich der Polizei. Er sei auf eine Angestellte und frühere Mitschüler wütend gewesen, erklärt er.

Juli 2012

Während der Mitternachts-Preview eines „Batman“-Films schießt ein 24-Jähriger in einem Kino der Stadt Aurora bei Denver (Colorado) um sich und tötet zwölf Menschen. 70 werden verletzt. Der Beginn des Hauptverfahrens ist für Februar 2014 geplant, dem Schützen droht die Todesstrafe.

August 2012

Mit einer Kalaschnikow feuert ein 23 Jahre alter frustrierter Angestellter in einem Supermarkt bei New York um sich und erschießt zwei Kollegen. Danach tötet er sich selbst.

August 2012

Eine geplante Zwangsräumung in Texas führt zu einer Schießerei mit drei Toten und vier Verletzten. Ein 35-Jähriger hatte sich in seiner Wohnung verschanzt und das Feuer eröffnet, als ein Polizist ihm den Räumungsbefehl übergeben wollte.

August 2012

Ein Ex-Soldat erschießt sechs Menschen in einem Sikh-Tempel in Wisconsin. Der Täter aus der rechten Szene stirbt durch eine Polizeikugel. Möglicherweise wollte er die Terroranschläge vom 11. September 2001 rächen und hielt die Sikhs für Muslime.

Dezember 2012

Beim bis dahin schlimmsten Amoklauf an einer US-Schule kommen 27 Menschen ums Leben, darunter 20 Kinder. Der 20-jährige Schütze tötet sich nach dem Blutbad in der Grundschule in Newtown (Connecticut) selbst.

Dezember 2012

In Pennsylvania sterben bei einem Amoklauf vier Menschen, darunter der Schütze. Er erschießt in einer Kirche eine Frau, einen Mann in dessen Wohnung und später einen Autofahrer. Bei einer Verfolgungsjagd feuert er auf Polizisten, bevor er selbst tödlich getroffen wird.

April 2013

Mit einem Messer geht ein 21-Jähriger an einem College in Texas wahllos auf Mitstudenten los und verletzt 14 von ihnen. Die Polizei fasst ihn kurz nach der Tat. Nach Medienberichten hatte der Mann seit längerem Gewaltfantasien.

Juni 2013

Ein Mann schießt auf dem Campus des Santa Monica College um sich und tötet vier Menschen. Zuvor zwang der Mann eine Autofahrerin mit vorgehaltener Waffe, ihn zum Campus zu fahren. Polizisten erschießen den Mann in einer benachbarten Bücherei. Quelle: dpa

Das Verbrechen hatte die USA erschüttert. Lanza hatte am 14. Dezember 2012 die Grundschule Sandy Hook in Newtown überfallen, 20 Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren sowie sechs Erwachsene erschossen. Anschließend tötete er sich selbst. Auch seine Mutter wurde erschossen in ihrem Wohnhaus aufgefunden.

Präsident Barack Obama hatte darauf die Initiative ergriffen, um schärfere Waffengesetze durchzusetzen. Er wollte besonders gefährliche Sturmgewehre verbieten, die Amokläufer häufig verwenden. Außerdem sollte Waffenkäufer einer strengeren Kontrolle unterworfen werden. Doch die mächtige Waffenlobby mobilisierte sich gegen solche Gesetzesänderungen. Obama fand im Kongress keine Mehrheit.

Von

dpa

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