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15.04.2014

19:07 Uhr

Ein Jahr nach Marathon-Anschlag

Boston beweist am Gedenktag Stärke

Sie beugen sich nicht, das verkörpert das Motto „Boston Strong“ beim Gedenken ein Jahr nach den Anschlägen beim Boston-Marathon. Dieses Jahr startet eine Rekordteilnehmerzahl – unter noch strengeren Sicherheitsauflagen.

Gedenken an die Opfer des Anschlages: Boston kämpft mit farbenfrohen Zeichen gegen das Vergessen und die Ohnmacht. Reuters

Gedenken an die Opfer des Anschlages: Boston kämpft mit farbenfrohen Zeichen gegen das Vergessen und die Ohnmacht.

BostonEin Jahr nach dem blutigen Terroranschlag auf den Boston Marathon hat die US-Metropole der Opfer gedacht. Am Dienstagmorgen (Ortszeit) versammelten sich die Familien der drei Todesopfer zu einer Zeremonie im kleinen Kreis, an der auch Bostons Bürgermeister Martin Walsh and der Gouverneur von Massachusetts, Deval Patrick, teilnahmen. Die private Trauerfeier fand unter bewölktem Himmel auf der Boylston Street statt, wo im Zielbereich des Traditionslaufs am 15. April 2013 zwei Bomben explodierten, die drei Menschen töteten und 264 weitere verletzten. Ein Polizist kam später bei der Jagd nach dem mutmaßlichen Täter ums Leben.

US-Präsident Barack Obama sprach denjenigen sein Mitgefühl aus, die sich von der Tragödie noch nicht erholt haben. „Ein Jahr später haben wir Ehrfurcht vor den Männern und Frauen, die uns weiterhin inspirieren - indem sie lernen, wieder zu stehen, zu gehen, zu tanzen und zu laufen“, sagte Obama. Die Beine mehrerer Opfer hatten nach der Attacke amputiert werden müssen. Obama würdigte den „unglaublichen Mut“ der vielen Bürger Bostons. Er sprach von einer „unsäglichen Tragödie“ und dankte Feuerwehrleuten, Polizisten, Ärzten, Läufern und Zuschauern.

Gewaltige Explosion

Jahrestag des Boston-Marathon-Anschlags

Gewaltige Explosion: Jahrestag des Boston-Marathon-Anschlags

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Seit Sonntag finden in der Ostküstenstadt zahlreiche Gedenkfeiern statt, um an den ersten großen Anschlag in den USA seit dem Terror vom 11. September 2001 erinnern. Höhepunkt sollte am Dienstag eine Veranstaltung im Hynes Convention Center in der Innenstadt sein, zu der auch Vizepräsident Joe Biden erwartet wurde. Nach einem Fahnenzeremoniell wollten die Beteiligten am Zieleinlauf um 14.29 Uhr (20.29 Uhr MESZ) eine Schweigeminute einlegen - in der Minute, zu der die erste der zwei Bomben detonierte. Obama wollte mit seinen Beratern im Oval Office des Weißen Hauses ebenfalls eine Schweigeminute einlegen.

Für den diesjährigen Marathon am kommenden Montag hat die Polizei die Sicherheitsmaßnahmen deutlich verschärft. Die Stadt erwartet Hunderttausende Besucher. Auch für die Läufer wird es ein besonderes Ereignis: Mit der Rekordzahl von 36 000 Teilnehmern wollen die Veranstalter sicherstellen, dass all jene ihren Lauf beenden können, die ihn vergangenes Jahr vorzeitig abbrechen mussten.

Der mutmaßliche Bombenleger Dschochar Zarnajew, dessen Bruder bei einem Schusswechsel mit der Polizei kurz nach dem Anschlag getötet wurde, wartet unterdessen in isolationsähnlicher Haft auf seinen Prozess. Während seiner Zeit in einem Krankenhaus-Gefängnis in Devens (Massachusetts) kann er nicht mit anderen Häftlingen sprechen oder beten, berichtete die „New York Times“ (Dienstag). Seine einzigen Besucher seien seine Anwälte, ein Berater für psychische Gesundheit sowie - selten - seine engsten Familienmitglieder, hieß es. Der Prozess gegen ihn soll am 3. November beginnen.

Von

dpa

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