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22.07.2011

14:33 Uhr

Eine Träne im Auge des Spatzes

Was Japans Insel Kyushu wirklich braucht

Auf Kyushu, einer der Hauptinseln Japans, leiden sie nach Erdbeben und Atomkatastrophe unter Touristen- und Studentenschwund. Deshalb wirbt die Insel nun kräftig, aber ungelenk mit ihrer Internationalität. Dabei scheint Kyushu eher das zu brauchen, was dem ganzen Land fehlt: eine von Radioaktvitäts-Ängsten freie Zukunft.

Die japanische Hauptinsel Kyushu gleicht an vielen Orten einem riesigen Garten. Quelle: picture-alliance

Die japanische Hauptinsel Kyushu gleicht an vielen Orten einem riesigen Garten.

Fukuoka/BeppuKenichi Kai ist einer von jenen Menschen, die um Worte nie verlegen sind. Erscheint er selbst auf einem der Fotos in seiner Präsentation, sagt der kleine, korpulente Mann erfreut: „Da sieht mein Bauch viel kleiner aus – weil ich größer wirke“. Hört ihm einer der deutschen Teilnehmer nicht zu, ruft der Japaner mit dem schwarz gelackten Haar durchs Megaphon „schone Frau“. Und fragt man nach, wieso sich der Hotel-Chef und Botschafter der Initiative „Visit Japan“ so sicher sein kann, dass in Beppu, einem für seine heißen Quellen berühmten Ort auf der japanischen Insel Kyushu, die Touristen nach dem Erdbeben vom 11. März zurückkehren - wo er doch gar keine Zahlen darüber hat - dann sagte er, „das kann man sehen“.

„Wissen Sie“, sagt er dann grinsend, „im Japanischen gibt es ein Sprichwort, das lautet: ,Suzume no me ni namida’“, eine Träne im Auge des Spatzes. Kai kann offenbar selbst solche klitzekleinen Dinge erkennen. Japan hat diese Fähigkeit bitter nötig.

Es ist der zweite Tag einer Reise, die einem Dutzend ausländischer Korrespondenten die Vorzüge der südlichsten der vier japanischen Hauptinseln nahe bringen soll. Jener Insel, die zu einen Großteil auch vom Tourismus lebt  - und die seit dem verheerenden Erdbeben, nach Tsunami und Atomkatastrophe massiv unter dem Verlust dieses Wirtschaftsfaktors leidet. Zudem bleiben seither die ausländischen Studenten aus.

Doch die Werbe-Aktion gestaltet sich nicht einfach. Wer das Vertrauen der Welt zurückgewinnen will, der muss auch etwas dafür tun - sonst bleibt die Welt zuhause oder fährt woanders hin. Man könnte auch sagen: Internationalität ist nicht alles. Wer aber seinen Wettbewerbsvorteil darin sieht, der sollte auch ein wenig international sein.

Kyushu ist schön, auch zur Regenzeit Anfang Juli. Zwar plätschert es Bindfäden, anders als im 900 Kilometer entfernten Tokio. Aber Kyushu sieht auch dann noch immer so markant aus, wie viele Touristen sich Japan vorstellen, genau so, wie es in Prospekten gepriesen wird – und wie man es in vielen anderen Gegenden längst vergeblich sucht.

Bewegt man sich weg von der Milllionen-Metropole Fukuoka, der größten Stadt auf Kyushu, nach Süden, öffnet sich dem Besucher ein grünes Land, mit Bergen und Tälern, übersät mit dichten Nadel- und Bambuswäldern, in den Tälern schmiegen sich kleine Hütten und Häuser an die Hänge, oft grenzen sie an Terrassen mit wasserbedeckten Reisfeldern.

An Touristen war hier deshalb bis zum Erdbeben auch kein Mangel. Ob es das traditionelle „Hakata Gion Yamakasa“ ist, ein beeindruckendes Shinto-Fest, bei dem traditionell gewandete Männer laut rufend riesige Festwagen durch die Straßen schleppen. Oder ob es die moderneren Pilgerstätten sind, die großen, mit Markenartikeln vollgestopften Kaufhäuser: Für jeden Geschmack ist hier etwas dabei. Vor allem bei markenbewussten, reichen Chinesen war Kyushu bisher sehr beliebt.

Kommentare (1)

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sakura

01.08.2011, 09:36 Uhr

Dieser Artikel ist mal wieder ein Paradebeispiel für
dürftige Recherche und mangelnde Objektivität.

1. Deutschland preist sich auch als Internationales
Reiseziel für Kulturbegeistert an. Wieviele Menschen
in der Tourismusbranche sprechen denn hier Japanisch
um die Japanischen Touristen in unserem land angemessen
zu führen? Ich sage nur: Thänk kyu for träveling wisse
Deutsche Bahn ;-)
Englisch mag im westlichen Teil der Welt eine Weltsprache
sein, aber in anderen Teilen der Erde haben ganz andere
Sprachen einen Stellenrang, so wie in Japan, wo
Chinesich und Koeranisch die vorherrschenden Zweitsprachen
sind. Das unterschlägt der Artikel völlig.

2. Die Behauptung, Studenten aus anderen asiatischen Ländern
würden hier auf bekannte Schriftzeichen und Kultur stoßen
ist totaler Humbug. Koreanisch und Japanisch z.B. haben
nix miteinander gemein. Auch kulturell gibt es große
Unterschiede.

Setzen sechs, das Sommerloch hätte man besser füllen können.

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