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09.01.2012

19:10 Uhr

Eineiige Vierlinge in Leipzig

„Es gleicht einem Wunder“

Was Laura, Sophie, Jasmin und Kim unterscheidet, sind nur ihre Namen. Die Neugeborenen sind eineiige Vierlinge. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei 1 zu 13 Millionen. Experten halten das Quartett für ein Wunder.

Säuglinge (Archivbild). dpa

Säuglinge (Archivbild).

LeipzigVier auf einen Streich: Eineiige Vierlinge sind im Universitätsklinikum Leipzig auf die Welt gekommen - Experten sprechen von einem Wunder. Laura, Sophie, Jasmin und Kim wurden am vergangenen Freitag zehn Wochen vor dem errechneten Geburtstermin im Minutentakt geboren. Die Schwangerschaft war auf natürliche Weise entstanden, die Kinder wurden per Kaiserschnitt geholt, wie die Klinik am Montag mitteilte. Die Überlebenschancen der vier relativ großen Frühchen seien gut.

Die um die 1000 Gramm schweren Mädchen müssen noch bis zum errechneten Geburtstermin auf der Frühchenstation bleiben. Ihre 31 Jahre alte Mutter sei topfit und könne schon am Mittwoch entlassen werden, sagte der Leiter der Geburtsmedizin, Professor Holger Stephan.

Die Wahrscheinlichkeit von eineiigen Vierlingen liegt nach Angaben des Mediziners bei 1 zu 13 Millionen. „Die Chance, dass sie auf natürlichem Wege entstehen und in den lebensfähigen Bereich kommen, ist verschwindend gering.“ Dabei teile sich die befruchtete Eizelle in den ersten Tagen in vier gleiche Portionen, aus denen sich je ein vollständiger Mensch entwickle. Die Embryos reiften in getrennten Fruchthöhlen und teilten sich einen Mutterkuchen.

Auch für Stephans Kollegen Walter Klockenbusch von der Uniklinik Münster sind eineiige Vierlinge eine „absolute Seltenheit“. „Solche Geburten sind in der Natur ja eigentlich nicht vorgesehen“, sagte er. In 20 Jahren am Universitätsklinikum in Münster habe er zwei oder drei Mal Vierlinge erlebt. Eineiige seien nicht dabei gewesen.

Die sind auch in einem Club für Mehrlinge nicht bekannt. „Gut möglich, dass das der erste Fall in Deutschland ist“, sagt Hartmut Hartleb, Vorsitzender der Internationalen Drillings- und Mehrlingsinitiative ABC-Club (Hannover).

„Dass eine solche Mehrlingsschwangerschaft bis zur 28. Woche problemlos verläuft, gleicht einem Wunder“, sagte Stephan von der Leipziger Uniklinik, wo es zuletzt 1976 eine Vierlingsgeburt gab. Die aktuelle Vierlingsschwangerschaft sei ohne medizinische Unterstützung entstanden. Der Mutter, die mehr als zehn Kilo zugenommen hatte, ging es bis zum Freitag gut. Dann bereiteten der Bauchumfang und eines der Kinder Probleme, das zu viel Fruchtwasser produziert hatte.

„Da die Frau in Kliniknähe wohnte, wurde sie erst wenige Stunden vor der Geburt stationär aufgenommen“, sagte Stephan. Am Abend entschlossen sich die Ärzte zum Kaiserschnitt. Zwischen Laura und Kim - 21.45 Uhr und 21.50 Uhr - lagen nur fünf Minuten. Die Eltern finden ihre mittelblonden Mädchen, die wie ein Ei dem anderen gleichen, „sensationell“, wie Stephan berichtete. Die Vierlingsmutter ist gelernte Friseurin. Der Vater hatte gerade noch ein größeres Auto gekauft und die Zimmer der Töchter fertig eingerichtet. „Die wussten, jetzt können wir kommen“, sagte der Vater laut Klinik.

Kommentare (3)

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Finger_auf_Schmarotzer

09.01.2012, 19:33 Uhr

Tja, eine an und für sich postive Geschichte findet sein jähes Ende, weil die willfährige Nachrichtenagentur in hündischer Ergebenheit dem Leser auch noch mitteilen mußte, daß Leipzigs Bürgermeister bei der SPD ist.
Diese Umstand ist für diese Geschicht absolut unerheblich, aber das Politikergesindel versteht es doch immer wieder, jede Gelegenheit zu nutzen, sich positiv darzustellen. Spätestens wenn die Wiederwahl ansteht , wird er gerne und vor allem wie selbständig Bilder von sich und den Vierlingen verbreiten. Wetten, daß!

Radiputz

09.01.2012, 19:35 Uhr

Na, herzlichen Glückwunsch,
das ist doch wichtiger als alles Getöse um BP´s und andere Zeitgenossen!

Monarch

09.01.2012, 19:47 Uhr

Mein Gott, die SPD ist ja wohl nicht der Urheber dafür, dass es in Leipzig eineiige Vierlinge gab. Der Oberbürgermeister als Genosse und Pate ist auch völlig unerheblich und war nicht der Erwähnung wert.
Angemessenerweise wäre bei so einem Ereigniss der Bundespräsident als Pate gefragt, aber der hat ja wohl im Moment anderes zu tun.

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