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11.12.2013

16:44 Uhr

Einflussreichste Persönlichkeit

„Time“ kürt Papst Franziskus zum „Menschen des Jahres“

Zum dritten Mal ist ein Papst im „Time“-Magazin die „Person des Jahres“. Der Grund: Franziskus habe die Kirche außergewöhnlich verändert. Er stach bei der Wahl unter anderem NSA-Informanten Edward Snowden aus.

Papst Franziskus vor seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz in Vatikanstadt. Zum dritten Mal wurde ein Papst von „Time“ zur Person des Jahres gewählt wurde. dpa

Papst Franziskus vor seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz in Vatikanstadt. Zum dritten Mal wurde ein Papst von „Time“ zur Person des Jahres gewählt wurde.

New YorkPapst Franziskus ist für das US-Magazin „Time“ der „Mensch des Jahres“ 2013. In seinem ersten Amtsjahr habe das Oberhaupt der katholischen Kirche den Tonfall, die Wahrnehmung und die Ausrichtung einer der größten Institutionen der Welt auf außergewöhnliche Weise verändert, sagte Chefredakteurin Nancy Gibbs am Mittwoch.

Die „Time“-Redaktion würdigt seit 1927 jedes Jahr die einflussreichsten Persönlichkeiten des Weltgeschehens in einem Ranking. Auf Platz zwei landete diesmal der Informant und ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden. Im vergangenen Jahr wurde US-Präsident Barack Obama „Mensch des Jahres“.

Der frühere Kardinal von Buenos Aires, Jorge Mario Bergoglio, wurde im März als erster Lateinamerikaner und auch als erster Jesuit zum Papst gewählt. Seit seinem Amtsantritt hat er die katholische Kirche unter anderem gedrängt, bei umstrittenen Themen wie Abtreibung, Homosexuellen oder Verhütung mehr auf Mitgefühl zu setzen statt auf Verurteilung, und sich nicht in „kleingeistigen Regeln“ zu verrennen. Zudem prangerte er die „Anbetung des Geldes“ an sowie den „weltweiten Skandal“, dass fast eine Million Menschen heutzutage noch hungern müssen. Auch seine Bescheidenheit und sein trockener Humor kamen in der Öffentlichkeit bisher gut an.

Der Vatikan zeigte sich von der Wahl nicht überrascht, betonte aber sie sei eine „positive“ Anerkennung spiritueller Werte in internationalen Medien. „Der Heilige Vater will nicht berühmt werden oder Ehrungen erhalten“, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. „Aber wenn die Wahl zur Person des Jahres hilft, die Heilsbotschaft zu verbreiten - die Botschaft von Gottes Liebe für uns alle -, dann wird er sicherlich glücklich darüber sein.“

Es war das dritte Mal, das ein Papst von „Time“ zur Person des Jahres gewählt wurde. Johannes Paul II. erhielt den Titel 1994, Johannes XXIII. im Jahr 1962.

Neben Papst Franziskus und Snowden standen die Homosexuellen-Aktivistin Edith Windsor, US-Senator Ted Cruz und der syrische Präsident Baschar al-Assad in der engeren Auswahl. Die Entscheidung trafen die Redakteure von „Time“. In einer Umfrage unter Lesern kam der ägyptische Verteidigungsminister Abdel-Fattah al-Sisi auf den ersten Platz. Dieser schaffte es bei den „Time“-Redakteuren nicht einmal unter die ersten zehn.

Von

ap

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

12.12.2013, 11:09 Uhr

Assad stand in der engeren Auswahl ?? Sie haben sich bestimmt vertan, das muß die Wahl zum Diktator des Jahres gewesen sein.

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