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09.08.2014

12:45 Uhr

„Einkauf Aktuell“

18-Jähriger kämpft gegen Prospekt der Deutschen Post

20 Millionen Werbeprospekte, 20 Millionen Plastiktüten: Ein junger Mann startet eine Petition gegen die Verpackung von „Einkauf aktuell“ der Post, das samstags bei 20 Millionen Haushalten landet. 60.000 unterstützen ihn.

Fabian Lehner findet die Folie beim Heft „Einkauf aktuell“ überflüssig – und fand 60.000 Unterstützer. dpa

Fabian Lehner findet die Folie beim Heft „Einkauf aktuell“ überflüssig – und fand 60.000 Unterstützer.

Simbach am Inn/BonnFast jeder kennt die Werbezeitschrift „Einkauf aktuell“. Samstags liegt sie bundesweit in den Briefkästen von etwa 20 Millionen Haushalten. Wer die Broschüre aber einfach ungeöffnet ins Altpapier werfen will, steht vor einem Problem: Das Heftchen ist in eine Plastikfolie gehüllt. Genau dagegen setzt sich nun ein 18 Jahre alter Niederbayer zur Wehr - und legt sich dabei sogar mit der Deutschen Post AG an, die die Zeitschrift versendet.

„Schlimm genug, dass man sich nicht gegen die Werbung wehren kann. Aber dass das Heft in Plastik gehüllt wird, geht gar nicht“, sagt Fabian Lehner aus Simbach am Inn unweit der österreichischen Grenze.

Es wirkt wie ein Kampf David gegen Goliath. Vor mehr als zwei Monaten steckte die umhüllte Werbung erstmals in Lehners Briefkasten. „Einfach wegschmeißen geht nicht, die Tüte muss in den Gelben Sack und der Prospekt ins Altpapier“, findet er. Ob dahinter eine Methode steckt, damit der Kunde die Zeitschrift nach dem Enthüllen erst einmal in der Hand hat und auch liest, weiß der 18-Jährige nicht. „Es ist aber aus Umweltschutzgründen nicht zu akzeptieren, dass so viel Plastik verschwendet wird.“

Lehner startete umgehend eine Online-Petition. Rasch hatte er knapp 60 000 Unterstützer: „Die Beteiligung hat mich schon überrascht.“ Es scheint, als hätte der junge Mann, der sich bei der freiwilligen Feuerwehr und der SPD in seinem Heimatort engagiert, den Nerv vieler getroffen. In seiner Petition ist zu lesen: „Laut Deutscher Umwelthilfe beläuft sich die Menge an diesen unnötigen Folienverpackungen, die das Fernsehprogramm und die Werbeprospekte umhüllen, pro Jahr auf rund 2886 Tonnen, was der jährlichen Menge an Kunststoffverpackungen von rund 83 000 Bürgern entspricht.“

Die Aufregung blieb auch der Deutschen Post AG nicht verborgen, die Lehner einlud. Er fuhr nach Nürnberg und überreichte eine CD mit der Petition und den Zehntausenden Unterschriften. „Wirklich ernst genommen hat man mich und mein Anliegen aber nicht“, berichtet er.

An einem Stehtisch im Flur habe ihn jemand empfangen. „Als ich die Hintergründe erklären wollte, wurde ich gleich abgewimmelt. Nach 15 Minuten war ich wieder aus dem Gebäude“, erklärt Lehner. Die zuständige Fachabteilung müsse den Fall prüfen, hieß es.

„Obwohl Herr Lehner erst 18 Jahre alt ist, nehmen wir sein Anliegen sehr ernst“, betont indes Postsprecher Erwin Nier. Die Petition habe ein hochrangiger Produktmanager übernommen. Nach einer Prüfung der Unterlagen werde es zeitnah in den kommenden Wochen eine Antwort geben, versichert Nier.

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