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24.09.2016

12:44 Uhr

Einkaufszentrum in den USA

Mann erschießt fünf Menschen und flieht

Tragödie im Shoppingcenter: Ein Angreifer erschießt in Burlington im US-Bundesstaat Washington mehrere Menschen, weitere werden verletzt. Gesucht wird ein mit einem Gewehr bewaffneter Mann.

Die Polizei hat ein Foto des mutmaßlichen Täters zu Fahndungszwecken veröffentlicht. dpa

Fahndungsfoto

Die Polizei hat ein Foto des mutmaßlichen Täters zu Fahndungszwecken veröffentlicht.

BurlingtonEin Angreifer hat in einem Einkaufszentrum in den USA vier Frauen erschossen. Zwei weitere Menschen wurden in der Cascade Mall in Burlington im Bundesstaat Washington verletzt, wie die Polizei in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) mitteilte. Zuvor hatte es unterschiedliche Angaben zur Zahl der Opfer gegeben.

Ein Mann sei in kritischem Zustand in ein Krankenhaus geflogen worden, schrieb die „Seattle Times“. Er starb ebenfalls, so die Polizei. Eine weitere Person sei leicht verletzt.

Der mutmaßliche Täter habe den Tatort vor dem Eintreffen der Beamten verlassen und sei auf der Flucht, hieß es. Die Polizei veröffentlichte ein Fahndungsbild, auf dem ein junger Mann mit einem Gewehr zu sehen ist. Der Katastrophenschutz von Skagit County betonte, es werde nach einem einzelnen Schützen gesucht.

Der lokale Fernsehsender Kiro 7 berichtete, das Einkaufszentrum sei zur Tatzeit voller Menschen gewesen. Polizei und Rettungsteams befanden sich im Großeinsatz. Das Motiv des Täters war zunächst unklar. Burlington liegt rund 100 Kilometer nördlich von Seattle.

„Eine Trägodie hat Washington heute getroffen“, schrieb Gouverneur Jay Inslee auf Twitter. „Mit unseren Herzen sind wir in Burlington.“

Waffen in den USA – Zahlen, Daten, Fakten

Meiste Waffen pro Einwohner

In den USA sind mehr Waffen in Privatbesitz als in jedem anderen Land der Welt – von 100 Einwohnern haben statistisch 88,8 eine Handfeuerwaffe oder ein Gewehr. Zum großen Teil seien das weiße, verheiratete Männer über 55 Jahre, ergab eine 2015 im Fachjournal „Injury Prevention“ vorgestellte Studie.

Millionen Schusswaffen in Privathand

Nach Angaben der Organisation Action on Armed Violence sind landesweit rund 270 Millionen Schusswaffen in Privathand. Andere Statistiken gehen sogar von bis zu 310 Millionen aus.

Durcheinander der Gesetze

Das Waffenrecht ist von US-Staat zu US-Staat verschieden; es gibt ein Durcheinander nationaler, einzelstaatlicher und kommunaler Vorschriften. Seit dem 1. Januar 2016 ist in Texas sogar das sichtbare Tragen von Schusswaffen erlaubt, auch bei der Arbeit, beim Einkaufen oder im Restaurant. Geschäfte und Restaurants dürfen allerdings Kunden mit offen getragenen Waffen den Zutritt verwehren.

Volksrecht Waffenbesitz

Das „Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen“ war 1791 im zweiten Zusatzartikel zur Verfassung verbrieft worden. Das Prinzip galt lange ohne größere Einschränkungen. Auch der Oberste Gerichtshof sprach 2008 den Bürgern ein Grundrecht auf Waffenbesitz zu. Die Richter erklärten ein Gesetz in der Hauptstadt Washington für verfassungswidrig, das Handfeuerwaffen im Besitz von Privatbürgern verboten hatte. 2010 kippte das Gericht auch das strikte Waffenverbot in Chicago (Illinois). Die Urteile wurden als Sieg der einflussreichen Organisation der US-Waffenbesitzer NRA gewertet.

Mächtige Lobby

US-Präsident Barack Obama machte 2013 nach dem Massaker an einer Schule in Newtown (Connecticut) schärfere Waffengesetze zu einem innenpolitischen Hauptanliegen. Entsprechende Initiativen aus dem Weißen Haus scheiterten aber bisher am Widerstand der Waffenlobby.

Das FBI in Seattle teilte mit, es unterstütze die Ermittlungen. Es gebe keine Informationen, die weitere geplante Angriffe im Bundesstaat Washington nahelegten. US-Reportern zufolge waren auch Hubschrauber im Einsatz. Die Menschen wurden mit Bussen in Sicherheit gebracht – an einer Kirche konnten sie ihre Familien treffen.

Auch rund drei Stunden nach dem Vorfall gab es für das Einkaufszentrum noch keine komplette Entwarnung, wie Polizeisprecher Mark Francis auf Twitter schrieb. „Viele verschlossene Türen und Räume mussten geöffnet werden.“ Das Areal sei insgesamt rund 40.000 Quadratmeter groß.

Von

dpa

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