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11.03.2017

16:51 Uhr

Einkaufszentrum in Essen

Polizei verhindert offenbar Anschlag

Nach eigener Einschätzung hat die Polizei einen für Samstag geplanten Anschlag auf ein Einkaufszentrum verhindert. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll die geplante Tat einen islamistischen Hintergrund haben.

Mit Flatterband haben die Beamten den Gebäude-Komplex abgesperrt. dpa

Polizei schließt nach Terrordrohung Einkaufszentrum

Mit Flatterband haben die Beamten den Gebäude-Komplex abgesperrt.

EssenDie Polizei hat nach eigener Einschätzung einen Terroranschlag am Samstag in Essen mit ihrem massiven Einsatz verhindert. Das sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Es habe ganz konkrete Hinweise gegeben, dass der Anschlag auf das Einkaufszentrum an diesem Tag habe stattfinden sollen. Wie er verübt werden sollte, dazu hat die Polizei demnach keine Erkenntnisse. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll der möglicherweise geplante Anschlag einen islamistischen Hintergrund haben.

Nach einer Terrordrohung hatte die Polizei das Einkaufszentrum am Limbecker Platz schließen lassen. „Wir haben gestern im Laufe des Tages sehr ernstzunehmende Hinweise aus Sicherheitskreisen bekommen, dass möglicherweise heute hier ein Anschlag geplant ist“, sagte Polizeisprecher Peter Elke am Samstag. Die Polizei ließ das Center daraufhin schließen.

Beamte durchsuchten im Rahmen der Ermittlungen die Wohnung eines Mannes in Oberhausen. Man kann laut einem Sprecher nicht von einem Tatverdächtigen sprechen. „Da sind wir erst einmal vorsichtig.“ Er machte keine weiteren Angaben zu dem Mann. Am gleichen Mittag setzte die Polizei laut Mitteilung einen weiteren Mann in einem Oberhausener Internetcafé fest. Die Beamten wollen ihn am Samstag noch vernehmen und seine Wohnung durchsuchen.

Am Einkaufszentrum sind die Beamten mit einer Hundertschaft vor Ort. Auch Polizisten aus anderen Teilen Nordrhein-Westfalens seien im Einsatz, sagte ein Polizeisprecher. Sie sichern das Center in schusssicheren Westen und mit Maschinenpistolen und sperren den gesamten Gebäudekomplex mit Flatterband ab.

Die Information über die Terrordrohung bekam die Polizei nach eigenen Angaben von „anderen Behörden“. Die Drohung werde sehr ernst genommen, sagte ein Polizeisprecher. „Wir als Polizei sind die Sicherheitsbehörde und wir haben uns dazu entschieden, wir machen das Einkaufszentrum zu“, sagte Polizeisprecher Christoph Wickhorst am Samstag.

Polizeieinheiten sichern die Zufahrt zur Tiefgarage des Einkaufszentrums am Limbecker Platz. dpa

Polizei schließt Einkaufszentrum

Polizeieinheiten sichern die Zufahrt zur Tiefgarage des Einkaufszentrums am Limbecker Platz.

Die Polizei versuche, mitzahlreichen Experten die Hintergründe aufzuklären. Die Drohung beziehe sich nach aktuellem Entwicklungsstand nur auf den Gebäudekomplex im Zentrum der Ruhrgebiets-Großstadt. Weitere Details könnten zunächst nicht mitgeteilt werden. Das Einkaufszentrum bezeichnet sich auf seiner Homepage als „Shopping-Adresse Nr.1 in Essen“. Nach Angaben des Managements kommen an normalen Samstagen rund 60.000 Kunden in das Zentrum.

Im April 2016 hatten in Essen zwei muslimische Jugendliche einen Bombenanschlag auf ein Gebetshaus der Sikhs verübt. Bei der Explosion wurden drei Menschen verletzt. Anfang Dezember begann der Prozess gegen die damals 16 Jahre alten Täter und einen Komplizen. Laut Anklageschrift hatten sie die Sikhs als Ungläubige betrachtet.

In den vergangenen Monaten waren in Deutschland mehrfach öffentliche Gebäude nach Terrorhinweisen gesperrt worden. So wurde im November 2015 das Fußball-Länderspiel Deutschland-Niederlande in Hannover kurz vor Anpfiff abgesagt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen gab es wenige Tage nach den schweren Anschlägen in Paris konkrete Hinweise auf geplante Bombenanschläge im Stadion und am Bahnhof. An Silvester 2015 wurde der Münchner Hauptbahnhof nach einer Terrorwarnung geräumt. Vor zwei Jahren fiel der Karnevalsumzug in Braunschweig wegen akuter Terrorgefahr aus.

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