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16.01.2005

16:55 Uhr

Einsame Suche nach Sex

Doppelleben endet für Moshammer tragisch

In der Münchner Schickerie galt es als offenes Geheimnis, das der schillernde Modezar Rudolph Moshammer homosexuell war. Seine Neigung zu jungen Männern wurde ihm nun zum Verhängnis.

HB MÜNCHEN. Der Münchner Modemacher liebte zwar medienwirksame öffentliche Auftritte, doch privat muss er ein einsamer Mensch gewesen sein. Denn der 64- Jährige bekannte sich nicht zu seiner Homosexualität, auch wenn dazu manches gemunkelt wurde. Und so suchte er im Verborgenen und gegen Bezahlung Körperkontakt und Sex mit Männern. Das tat er auch am vergangenen Donnerstag: Er fuhr in der Nacht durch die Stadt und suchte nach einem Sexpartner. Kurz vor Mitternacht sprach er den 25 Jahre alten Iraker an, der nun als mutmaßlicher Mörder von Moshammer festgenommen wurde.

Moshammer gehörte zu einer Generation, die meist noch große Schwierigkeiten mit Bekenntnissen zur Homosexualität hat. Ganz anders als der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (51), der sich offensiv geoutet hatte: „Ich bin schwul, und das ist auch gut so.“ Aber auch viele Jüngere hatten erst spät den Mut zu einem öffentlichen Coming Out, wie FDP-Chef Guido Westerwelle (43) oder Schlagerstar Patrick Lindner (44).

Weil Moshammer nicht zu seiner Homosexualität öffentlich stehen wollte, mied er auch die einschlägigen Schwulen-Lokale. Stattdessen zog es ihn nachts im Verborgenen auf anonyme Suche nach körperlicher Nähe und Sex. Der mutmaßliche Täter sagte bei der Polizei, in Iraker- Kreisen sei bekannt gewesen, dass Moshammer öfters im Bereich des Münchner Hauptbahnhofs junge Männer angesprochen habe. Nach den Worten des Soko-Chefs Harald Pickert haben die bisherigen Ermittlungen ergeben, dass Moshammer sich mehrmals in der Woche auf solche nächtlichen Touren durch die Stadt begab und Männer aus dem Auto heraus ansprach. Er fuhr immer erst spät los, wenn sein Fahrer schon gegangen war, und kehrte im Schutze der Dunkelheit zurück.

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