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02.01.2006

21:55 Uhr

Einsturz der Eissporthalle

Die Gefahr war bereits bekannt

Bereits vor dem katastrophalen Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall war man sich der Gefahr offenbar bewusst. Der örtliche Eishockeyclub hatte wegen Einsturzgefahr ein Jugendtraining abgesagt.

BAD REICHENHALL. Rund 15 Kinder wurden so vor dem Unglück bewahrt. Die dritte Vereinsvorsitzende Petra Rumpeltes sagte der dpa am Montag, ihr Bruder habe als Vereinsvorstand zwischen 14.00 und 15.00 Uhr die Nachricht erhalten, dass die Halle wegen Einsturzgefahr des Daches gesperrt werden sollte.

Daraufhin habe die Jugendleiterin des Clubs bei den Kindern herumgerufen, um das Training abzusagen, sagte Rumpeltes. Die Halle blieb aber dennoch offen, so dass normale Besucher Schlittschuhlaufen konnten. Etwa gegen 16.00 Uhr stürzte das Dach dann ein und begrub rund 50 Menschen unter sich, mindestens drei kamen ums Leben. Von wem ihr Bruder die Nachricht erhalten hat, konnte Rumpeltes nicht sagen. „Ich verstehe nicht, warum die Halle nicht sofort gesperrt wurde.

Bereits Stunden vor dem Einsturz der Eissport-Halle war sich die Stadtverwaltung also über Risiken bei der Stabilität der Betondecke bewusst. Der bayerische Innenstaatssekretär Georg Schmid sagte am Montagabend im Bayerischen Rundfunk, dass nach Angaben des Bad Reichenhaller Oberbürgermeisters Wolfgang Heitmeier die Stadt noch am Mittag Messungen über die Deckenstabilität in der Halle vorgenommen habe.

Dabei habe man festgestellt, dass das Dach noch halte, aber das Eishockey-Training für den Abend abgesagt werden müsse, erklärte Schmid, der von Ministerpräsident Edmund Stoiber beauftragt wurde, sich über das Unglück vor Ort zu informieren.

Das Landratsamt teilte am Abend mit, es seien bisher fünf Tote geborgen worden. 18 Menschen seien schwer verletzt, acht leicht verletzt. Man gehe davon aus, dass sich noch etwa 25 Menschen unter den Trümmern befänden. Schätzungsweise 50 Personen hätten sich zum Zeitpunkt des Unglücks in der Halle befunden. Ein Kriseninterventionsteam betreue die Angehörigen.

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