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28.12.2013

11:59 Uhr

Eisbrecher gibt auf

Plan B im Polareis

Vier Tage harren Wissenschaftler und Touristen nun schon im Polareis aus, ein Eisbrecher musste am frühen Morgen abdrehen. Frühestens am Sonntagabend könnte Rettung nahen. Doch es gibt einen Notfallplan.

Der chinesische Eisbrecher Xue Long kommt nicht durch das dicke Eis. Die Wissenschaftler müssen auf ihre Rettung weiter bis Sonntag warten. Derweil setzen sie ihre Messungen fort. AFP

Der chinesische Eisbrecher Xue Long kommt nicht durch das dicke Eis. Die Wissenschaftler müssen auf ihre Rettung weiter bis Sonntag warten. Derweil setzen sie ihre Messungen fort.

SydneyGefangen vom Polareis müssen Wissenschaftler und Touristen an Bord eines Expeditionsschiffs weiter auf Rettung warten. Der chinesische Eisbrecher „Snow Dragon“ schaffte es nur bis auf Sichtweite zur „MV Akademik Shokalskiy“. Auf den letzten Kilometern konnte er das Eis aber nicht durchbrechen. Rettung kommt frühestens am Sonntag. „Wir haben jede Menge Brennstoff und frisches Essen für zwei Wochen an Bord“, versicherte Expeditionsleiter Chris Turney am Samstag per Video. „Das Schiff ist nicht in Gefahr.“

Alle Hoffnung lag nun auf dem australischen Eisbrecher „Aurora Australis“. Es kann die Region 2800 Kilometer südlich der australischen Stadt Hobart aber frühestens am Sonntagabend erreichen, teilte die australische Behörde für Seesicherheit (Amsa) mit.

Die Chinesen, die nur gut sechs Kilometer entfernt sind, wollten in der Nähe bleiben, sagte Amsa-Sprecherin Lisa Martin. Sie haben Hubschrauber an Bord. Wenn alle Stricke reißen, könnten Besatzung und Passagiere der „Shokalskiy“ damit gerettet werden. „Wenn die "Aurora Australis" nicht durchkommt, werden wir wohl eine Rettung aus der Luft ins Auge fassen“, sagte Martin.

Ein drittes Schiff, das zunächst zur Hilfe geeilt war, gab seinen Rettungsversuch am Samstag ebenfalls auf. Die Behörde sah keine Chance, dass die unter französischer Flagge fahrende „L'Astrobe“ den Durchbruch schaffen könnte, wo der chinesische Eisbrecher versagte.

Turney ist auf den Spuren des Polarforschers Douglas Mawson unterwegs, der die Region vor 100 Jahren erkundete. Unter den 74 Menschen an Bord sind 26 Touristen, die die fünfwöchige Expedition begleiten. Turney versicherte erneut, dass die Stimmung an Bord hervorragend sei. Die Wissenschaftler setzten unterdessen ihre Messungen etwa von Temperatur und Salzgehalt durch Eisspalten rund um die „Shokalskiy“ fort.

Das Schiff war schon auf dem Rückweg nach Neuseeland, als sich das Wetter am Heiligabend plötzlich änderte und scharfer Ostwind dickes Eis in die Bucht trieb. Am ersten Weihnachtstag gab es kein Fortkommen mehr. „Wenn sich das Wetter erneut wendet, könnten sich auch neue Wege aus dem Eis für uns auftun“, sagte Turney. „Leider ist damit laut Wettervorhersage in den nächsten Tagen nicht zu rechnen.“

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