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18.01.2005

22:40 Uhr

Eisenbahner und Post-Angestellte legen Arbeit nieder

Dreitägige Streiks in Frankreich

Am Dienstag haben Postbeschäftigte und Eisenbahner in Frankreich ihre Arbeit niedergelegt. Dies ist der Auftakt dreitägiger Streikaktionen im öffentlichen Dienst des Landes.

HB PARIS. Zwischen 15 und 30 % der Postangestellten ließen ihre Arbeit ruhen, am Abend traten auch die Eisenbahner in den Streik. In der Hauptstadt Paris und der Umgebung fuhren nur noch rund 16 % aller Züge. Nur jede dritte der TGV-Hochgeschwindigkeits-Bahnen startete planmäßig. Tausende Pendler blieben an den Bahnhöfen stehen. Angestellte des Öffentlichen Dienstes wollen mit den Streiks gegen die Reformpläne der konservativen Regierung protestieren. Diese will unter anderem die Arbeitsbedingungen flexibilisieren und die Postzustellung für den Wettbewerb öffnen. Die Gewerkschaften befürchten Schließungen besonders von ländlichen Filialen sowie eine schleichende Privatisierung des staatlichen Sektors.

„Öffentlicher Dienst ja! Privatisierung nein!“, riefen Hunderte Postangestellte vor dem Parlamentsgebäude in Paris. Mit Pfeifen und Bannern waren Vertreter von vier Gewerkschaften, in denen ein Großteil der 300 000 französischen Post-Mitarbeiter organisiert ist, zum Protest aufmarschiert. „Ich werde morgen von zu Hause aus arbeiten“, sagte ein junger Pendler an einem Bahnhof der Hauptstadt Paris. „Ansonsten wird es mich drei Stunden kosten, zur Arbeit zu kommen.“ Bis zum Mittwochabend wollen die Eisenbahner die Arbeit ruhen lassen. In den nächsten Tagen wird sich die Streikwelle auch auf Schulen, Krankenhäuser und Energiebetriebe ausweiten. Die Angestellten des öffentlichen Sektors verlangen unter anderem höhere Löhne, ein Ende von Jobeinsparungen, und sie wollen Plänen zur Lockerung der 35-Stunden-Woche eine Absage erteilen.

Die Regierung von Ministerpräsident Jean-Pierre Raffarin will die Arbeitszeiten flexibilisieren, um die französische Wirtschaft im internationalen Wettbewerb zu stärken. Die Gewerkschaften befürchten indes, dass die Reformpläne auf längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich in Frankreich hinauslaufen.

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