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17.04.2012

14:30 Uhr

Eklat im Prozess im Oslo-Attentäter

„Ich würde es wieder tun“

Im Prozess gegen den Attentäter Breivik ist es am Morgen zum Eklat gekommen. Ein Schöffe hatte die Todesstrafe gefordert, das Gericht setzte den Mann ab. Breivik brüstet sich mit seiner Tat: „Ich würde es wieder tun.“

Breivik: „Ich würde es wieder tun”

Video: Breivik: „Ich würde es wieder tun”

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OsloEin Laienrichter im Prozess gegen den norwegischen Massenmörder Anders Breivik ist am Morgen ausgetauscht worden. Nach einer einstündigen Beratung hat ihn das Gericht am Dienstag für befangen erklärt. Grund ist seine öffentliche Reaktion nach den Terroranschlägen im vergangenen Juli.

Der 33-Jährige Thomas Indreboe aus Oslo hatte nach der Tat Breiviks im vergangenen Juli auf seinem Facebook-Profil und als Kommentar unter Online-Zeitungsartikeln für Breivik die Todesstrafe als einzig gerechte Strafe gefordert.

Die ganze Nacht über hatte die Polizei laut dem „Spiegel“ in Oslo geprüft, ob der Schöffe tatsächlich hinter den Einträgen steckt, die sich unter anderem unter einem Artikel der Zeitung „VG“ fanden. Die zugehörige E-Mail-Adresse habe ihm „Vepsen“-Recherchen zufolge zugeordnet werden können, außerdem sein dort verwendetes Porträtfoto. Am Morgen gab der Schöffe zu, das er hinter den Forderungen nach der Todesstraße stecke.

In dem Eintrag schreibt die Person unter einem Pseudonym: „Die Todesstrafe ist die einzige gerechte Sache in diesem Fall!!!!!!!!!“. Das norwegische Rechtssystem sieht keine Todesstrafe vor. Der Fortgang des Prozesses dürfte dadurch aber nicht in Gefahr sein.

Das hatte vorab die norwegische anti-rassistischen Internet-Zeitschrift „Vepsen“ berichtet. Die Richterin Wenche Elizabeth Arntzen bestätigte den Bericht. Breiviks Verteidiger, die Staatsanwaltschaft und Nebenkläger hatten am Morgen des zweiten Verhandlungstages gefordert, den Schöffen auszutauschen.

Damit sei „das Vertrauen in ihn als Richter“ geschwächt, sagte die vorsitzende Richterin. Man erkenne an, dass nach den Attentaten im Sommer viele auf vielen Medien ihre Meinung zum Ausdruck gebracht hätten. Doch um Zweifel an der Unabhängigkeit des Gerichts zu vermeiden, werde der Schöffe entlassen. Für den Rezeptionisten stehen zwei Laienrichter als Ersatz bereit. Insgesamt gibt es in dem Verfahren zwei Berufs- und drei Laienrichter.

Die Richter des Gerichts in Oslo erlaubten dem 33-Jährigen Breivik im Anschluss, eine 30-minütige Erklärung zu verlesen. Dieser sagte zunächst, dass er aus Rücksicht auf die Opfer seine Rhetorik abgeschwächt habe, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP aus dem Gerichtssaal berichtete.

Kommentare (8)

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17.04.2012, 12:03 Uhr

Die Todesstrafe in den USA hat offensichtlich nicht den Erfolg, weniger Straftaten zu errichen. Wohl eher das Gegenteil!

Aber Kinder und Irre dürften ja eh nicht hingerichtet werden. Behandelt Breivik lieber als das, was er ist: mehr als ein Idiot, er ist ein Irrer. Wenn ihn die Welt so beurteilt wäre es auch für ihn die größte Strafe. Und die hat er verdient.

hermann

17.04.2012, 12:15 Uhr

Keine Berichterstattung mehr über diesen Massenmörder!

MeineAnsicht

17.04.2012, 12:50 Uhr

Ich finde, dass für so eine Person zu viel Trara gemacht wird um ehrlich zu sein. Das kostet den norwegischen Steuerzahler wieder abertausende an Kronen, diese Verhandlung zu finanzieren! Und für wen?
Damit macht Norwegen meines Erachtens 2 Sachen:
1.) Breivik interessanter und bekannter für Leute, die sich bisher zurückgehalten haben
und
2.) somit zu einem indirekten Mittäter für zukünftige Taten dieser Art, die sich auf Breivik berufen!

Kann sein, dass nicht jeder meiner Meinung ist, aber ich denke: Verhandlung ist zwecklos, er hat es von Anfang an zugegeben. Gutachten ist da, er ist nicht geistesgestört, er hat alles mit vollem Bewusstsein getan und würde es wieder tun. Also ab in den Knast oder die Klappse von mir aus, die machen da ein viel zu großes Fass auf wegen so einem Menschen!
Aber was anderes hatte ich von den Norwegern auch nicht erwartet - auch Breivik muss ihres Erachtens "sozial" behandelt werden...

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