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20.01.2011

12:09 Uhr

Elbhochwasser

Kreis Lüneburg ruft Katastrophenalarm aus

Kritische Lage in Niedersachsen: Während in anderen Teilen Deutschlands das Hochwasser auf dem Rückzug ist, steigen besonders in der Region Lüneburg die Pegelstände der Elbe weiter. Auch wenn nicht alles unter Wasser steht, haben die Behörden vorsorglich Katastrophenalarm ausgelöst.

Einsatzkräfte unterwegs: Hochwasserschutz in Niedersachsen. dpa

Einsatzkräfte unterwegs: Hochwasserschutz in Niedersachsen.

HB LÜNEBURG/LUDWIGSLUST. Während die Pegel am Main weiter fallen, wächst die Anspannung an der Elbe in Niedersachsen. Wegen der weiter steigenden Wasserstände hat der Landkreis Lüneburg am Donnerstagvormittag Katastrophenalarm ausgelöst. "Das heißt aber nicht, dass hier überall Land unter ist", sagte ein Sprecher der Behörde der Nachrichtenagentur dapd. Es bedeute vielmehr, "dass die Koordination der Schutzmaßnahmen und die Kosten dafür von den Kommunen und Deichverbänden auf den Kreis übergehen."

Besonders kritisch ist die Lage in Bleckede. Dort stieg das Hochwasser laut dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz auf 10,69 Meter, 23 Zentimeter mehr als am Mittwoch. Laut der Kreisverwaltung Lüchow-Dannenberg könnte der Scheitel des Hochwassers bereits am Abend die Stadt Schnackenburg erreichen. In Neu Darchau und Hitzacker wird in der Nacht zu Freitag mit Höchstständen von mehr als sieben Metern gerechnet. Die Pegelstände sollen dann einige Tage auf diesem hohen Niveau bleiben.

Kein Katastrophenalarm, aber Alarmstufe vier, wird für die Elbe im brandenburgischen Landkreis Ludwigslust erwartet. Der Fluss erreichte dort am Morgen die Marke von 6,26 Metern. Laut aktuellen Prognosen soll der Richtwert von 6,50 Metern für die vierte Alarmstufe am Freitag erreicht werden. Bis zum Wochenende könnte das Wasser bis auf 6,65 Meter klettern. Das wäre ein Zentimeter mehr als beim letzten großen Hochwasser im April 2006.

Unterdessen werden in Frankfurt am Main die Barrieren auf der Höhe des Römerbergs abgebaut. "Der Main-Pegel ist enorm gefallen, so dass nun mit den Aufräumarbeiten begonnen werden kann", sagte ein Feuerwehrsprecher. Am Morgen wurde im Osthafen nur noch eine Wasserhöhe von 3,68 Meter gemessen, was der niedrigsten Hochwassermeldestufe 1 entspricht. Auch an den übrigen hessischen Flüssen hat sich die Situation weitgehend entspannt.

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