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30.01.2005

17:55 Uhr

Eltern nehmen Popstar in Schutz

Jackson beteuert seine Unschuld

Nach monatelangem juristischen Tauziehen beginnt an diesem Montag der weltweit mit Spannung erwartete Prozess gegen Popstar Michael Jackson. Der Sänger beteuert weiterhin seine Unschuld.

HB SANTA MARIA. Der 46-jährige Sänger muss sich im kalifornischen Santa Maria unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs, Freiheitsberaubung und Erpressung verantworten. Im Frühjahr 2003 soll er einen damals 13 Jahre alten krebskranken Jungen missbraucht haben.

Jackson hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Seine Verteidigung hatte versucht, den Prozess auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Wenige Stunden vor Prozessbeginn beteuerte Jackson auf seiner Webseite erneut seine Unschuld. In den vergangenen Wochen seien „boshafte Informationen“ über ihn in den Medien aufgetaucht, die „abscheulich und falsch“ seien. Der Popstar reagierte damit auf eine Veröffentlichung aus internen Gerichtsakten, in denen der betroffene Junge angeblich über sexuelle Handlungen Jacksons berichtet.

Rückendeckung erhielt Michael Jackson von seinen Eltern. „Mein Sohn würde niemals einem Kind Schaden zufügen. Dafür hat er Kinder viel zu lieb“, sagte Mutter Katherine Jackson in einem Interview des US-Fernsehsenders CBS in der Nacht zum Sonntag.

Der Richter hat kurzfristig auf Antrag der Anklage neues Beweismaterial zugelassen. Die Forderung der Staatsanwaltschaft, den jugendlichen Kläger (15) nur hinter verschlossenen Türen zu hören, lehnte Richter Rodney Melville am Freitag hingegen ab. Nun sind Reporter und die Öffentlichkeit zugelassen, wenn der Junge seine Vorwürfe gegen Jackson erhebt.

Zu den neuen Beweismitteln gehören 2003 auf der Neverland Ranch des Sängers beschlagnahmte Zeitschriften, Bücher und DVDs. Melville untersagte der Staatsanwaltschaft, das Material als „pornografisch“ oder „obszön“ zu bezeichnen. Es dürfe den Juroren nur als „sexuell explizit“ oder „für Erwachsene“ vorgestellt werden. Der Richter werde auch gestatten, eine BBC-Dokumentation zu zeigen, die den Sänger Hand in Hand mit dem betroffenen Jungen zeigt, berichtete der US-Sender CNN. Einige Bücher mit Akt-Aufnahmen junger Männer, die bereits 1993 bei der Spurensuche in einem anderen Fall auf Jacksons Anwesen konfisziert wurden, verbot er als Beweismaterial.

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