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03.04.2012

19:17 Uhr

Emden

Mordfall Lena wird zum Polizei-Skandal

Die Polizei hat bei ihren Ermittlungen schwere Fehler begangen, und zwar bereits vor dem Mord. Nach neuen Erkenntnissen hatte der Geständige sich bereits im November selbst angezeigt - wegen pädophiler Neigungen.

Neue Erkenntnisse im Mordfall Lena wurden am Dienstag präsentiert. dpa

Neue Erkenntnisse im Mordfall Lena wurden am Dienstag präsentiert.

Osnabrück / EmdenBittere Erkenntnis im Mordfall Lena: Die Polizei hat schwere Fehler im Vorfeld der Tat zugegeben. Sie hatte gegen den späteren mutmaßlichen Täter offensichtlich nicht konsequent genug ermittelt. Der 18-jährige Tatverdächtige sei bereits im November auf dem Polizeirevier Emden erschienen, um sich wegen seiner pädophilen Neigungen selbst anzuzeigen, sagte der Vizepräsident der Polizeidirektion Osnabrück, Friedo de Vries, auf einer Pressekonferenz. Dabei habe er angegeben, Fotos von einem unbekleideten Kind gemacht zu haben. Weil der Fall damals nicht weiterverfolgt worden ist, nahm die Polizeidirektion nun interne Ermittlungen wegen polizeilichen Fehlverhaltens auf.

Die Polizei Emden gab den Fall den Angaben zufolge an die damals zuständige Polizeiinspektion Aurich/Wittmund weiter, die beim Amtsgericht Hannover im Dezember einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des 18-Jährigen erwirkte. Dieser Beschluss sei von der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund aber bis zur Festnahme des jungen Mannes am Sonntag nicht umgesetzt worden.

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Emden

Geständnis im Mordfall Lena

Es geht auch ein weiteres Sexualdelikt auf das Konto des festgenommenen 18-Jährigen.

Der Verdächtige wollte mit der Selbstanzeige nach eigenen Angaben „einen Schlusspunkt“ setzen, fügte de Vries hinzu. Die Verzögerungen bei den Ermittlungen seien „nicht nachvollziehbar“. Er sei betroffen und verlange Aufklärung, sagte der Polizeivizepräsident.

Die Ermittlungen im Fall Lena konzentrieren sich unterdessen auf die Suche nach der Tatwaffe und weiteren Gegenständen, die im Zusammenhang mit der Tötung stehen. Dazu werden am Mittwoch Polizeitaucher eingesetzt. Sie sollen die Gewässer an den städtischen Wallanlagen untersuchen, die in unmittelbarer Nähe zum Tatort liegen.

Zudem gaben die Ermittler bekannt, dass der inhaftierte 18-Jährige neben der Tötung Lenas und einer versuchten Vergewaltigung im November auch verdächtigt werde, drei Einbruchdiebstähle in der Gemeinde Krummhörn nahe Emden begangenen zu haben. In einem Fall habe der Abgleich seines Genmaterials mit Tatortspuren übereingestimmt, hieß es am Dienstag. Damit konfrontiert habe der junge Mann die Einbrüche eingeräumt.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

03.04.2012, 22:29 Uhr

Wieder eine Bestätigung für den Tatendrang, die Effektivität und die Zuverlässigkeit unserer Beamten. *räusper* Naja, die haben eben selbst im 21. Jahrhundert immer noch nicht verstanden, dass sich Arbeitsleistung nicht aus der Anwesenheitszeit ergibt! (Ich weiß leider nur zu genau, wovon ich rede.)

Wutbuerger

04.04.2012, 09:26 Uhr

Es ist nicht zu glauben. Da kommt einer aufs Revier, zeigt sich selber an, weil er Angst hat ein Sexualdelikt zu begehen und was passiert? Nichts. Der Typ hat gewusst wie es endet und wollte sich und andere schützen. Erst als ein 11-jähriges Mädchen tot ist, reagiert die Polizei. Die zuständigen Beamten sollte man gleich mit einsperren, die sind für den Tod des Mädchens mit verantwortlich!

realist

04.04.2012, 09:31 Uhr

Wann wird unsere Polizei endlich abgestaubt? Immer wieder Pannen, Skandale und Schlappen. Aber dann rumjammern, wenn es am Wochenende bei Fussballspielen oder bei Demos mal was auf die Socken gibt. Wo bitte soll denn die Autorität und der Respekt herkommen? Die werden doch nur noch als Witzfiguren wahrgenommen...

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