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01.04.2012

15:30 Uhr

Emden

Verdächtiger gesteht den Parkhaus-Mord

Der Mord an einer elfjährigen Schülerin in Emden ist geklärt. Der Verdächtige hat die Tat gestanden - zugleich geht auch ein weiteres Sexualdelikt auf sein Konto. Die Ermittlungen führten dank DNA-Abgleich zum Erfolg.

Der Mordfall in Emden scheint geklärt zu sein. dpa

Der Mordfall in Emden scheint geklärt zu sein.

EmdenIm Mordfall Lena hat der verdächtige 18-Jährige ein Geständnis abgelegt. Er habe zugegeben, das Mädchen in einem Parkhaus in Emden umgebracht zu haben, teilte die Polizei am Sonntag mit. Der 18-jährige sei der Polizei schon vorher bekannt gewesen. Er war am Samstag festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Staatsanwalt Bernard Südbeck sagte auf der Pressekonferenz, dass es nicht nur Indizien, sondern auch klare, handfeste Beweise gebe. Nach Auskunft der Mordkommission haben Hinweise aus der Bevölkerung zu einer Phantomzeichnung geführt, die große Übereinstimmungen mit den Videoaufnahmen aus dem Parkhaus gezeigt hätten, in dem die elf Jahre alte Lena ermordet gefunden worden war. Der DNA-Test habe ergeben, dass der jetzt Festgenommene auch für mindestens ein anderes Sexualdelikt in der Gegend von Emden verantwortlich gewesen sei.

Nach der Freilassung eines unschuldig der Tat bezichtigten Jugendlichen sind sich die Ermittler jetzt sicher, den mutmaßlichen Täter festgenommen zu haben. „Wir sprechen jetzt nicht mehr von Indizien, sondern wegen einer DNS-Übereinstimmung von schwer belastenden Beweisen“, sagte Staatsanwalt Bernard Südbeck dem Blatt.

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Laut einem Staatsrechtler hat die Staatsanwaltschaft einem Unschuldigen geschadet.

Laut „Bild am Sonntag“ sollen die Ermittlungen durch Phantombilder ins Rollen gekommen sein, die die Polizei nach Zeugenangaben angefertigt habe. Mehrere Passanten hätten zum Tatzeitpunkt den auffällig in Schwarz gekleideten Mann gesehen und konnten sein Gesicht genau beschreiben.

Ein zunächst am Dienstagabend festgenommener Jugendlicher war am Freitag wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Er ist laut Polizei und Staatsanwaltschaft unschuldig. Nach den Hetzaufrufen im Internet befindet sich der junge Mann in polizeilicher Obhut.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

01.04.2012, 11:51 Uhr

"Politiker, Wissenschaftler und Strafrechtler monierten, Polizei und Staatsanwaltschaft seien voreilig und zu offensiv an die Öffentlichkeit gegangen."

Wer baut denn den Druck auf Polizei und Staatsanwaltschaft auf? Die angehörigen des Opfers? Sicher nicht. Die Medien? Sicher richtig.

Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass ein dringender Tatverdacht nicht heißt, dass der Täter gefunden wurde.

Aber sowohl der Mob, als auch ein nicht ganz unerheblicher Teil der Journalisten wollen in der ersten Reihe stehen, um den Täter zu steinigen.

Da kann es durchaus sein, dass jemand anfängt zu werfen, bevor feststeht, auf wen (wenn überhaupt) geworfen werden soll.

Der Polizei und der Staatsanwaltschaft hier nach einer Woche Fehler in den Ermittlungen vorzuwerfen stellt auch für jemanden, der sonst nicht viel mit den Staatsorganen am Hut hat, eine Frechheit dar.

Die Jagd nach Schlagzeilen ist blutig...

Account gelöscht!

01.04.2012, 16:13 Uhr

Gelegenheit, sich an die hysterische Reaktion der SPD, aber ganz besonders schlimm der Grünen zu erinnern, manche GrünInnen haben sogar öffentlich geweint, als der DNA-Abgleich in der Kriminalistik gesetzlich erlaubt wurde.

Zukunftspraeventation

01.04.2012, 18:13 Uhr

wieso hängt der nun nicht an der nächsten Platane ?
Und bleibt hängen, bis die Insekten das Skelett kahlgefressen haben ?
Dann, und nur dann, werden zukünftig weniger kleine Mädchen sterben.

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