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29.03.2012

13:08 Uhr

Emder Mädchenmord

Tatverdächtiger hat kein Alibi

Im Fall des Emder Mädchenmordes sitzt ein Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Doch auch fünf Tage nach dem Verbrechen sind noch viele Fragen offen: Welche Motive hatte er und wieso hat ihn niemand aufgehalten?

Die Justizvollzugsanstalt in Vechta: Hier sitzt der 17-jährige Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, die 11-jährige Lena Samstagnacht vergewaltigt und anschließend umgebracht zu haben. Ein Geständnis hat er bisher noch nicht abgelegt. dpa

Die Justizvollzugsanstalt in Vechta: Hier sitzt der 17-jährige Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, die 11-jährige Lena Samstagnacht vergewaltigt und anschließend umgebracht zu haben. Ein Geständnis hat er bisher noch nicht abgelegt.

Die elfjährige Lena aus Emden ist vermutlich vom Täter umgebracht worden, weil der ein Sexualverbrechen verdecken wollte. Die Ermittler gingen davon aus, dass der Verdächtige die Schülerin getötet hat, um eine vorangegangene Tat zu vertuschen, sagte der Direktor des Amtsgerichts Emden, Otto Hüfken, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. „Das wäre ein Mordmerkmal, dadurch würde es sich um Mord und nicht um Totschlag handeln.“ Eine Richterin hatte am Mittwochabend Haftbefehl gegen einen 17-Jährigen erlassen, der das Mädchen am Samstag in einem Parkhaus umgebracht haben soll. Der festgenommene Tatverdächtige hat derweil weiter kein Geständnis abgelegt. Dies teilte die Polizei am Donnerstag mit. Er sitzt seit Mittwochabend in Untersuchungshaft.

Staatsanwalt Bernard Südbeck wies ausdrücklich daraufhin, dass weiter die Unschuldsvermutung gelte. Er warnte vor einer Vorverurteilung des 17-Jährigen. Der Berufsschüler werde verdächtigt, das Mädchen getötet zu haben, um ein Sexualverbrechen zu verdecken.

Der junge Mann habe für die Tatzeit kein Alibi und habe sich bei der Vernehmung in Widersprüche verstrickt, sagte der Leiter der Mordkommission, Werner Brandt. Weitere Indizien hätten dann zur Festnahme geführt. Der Verdächtige habe Fragen der Beamten beantwortet, die Tat selbst aber abgestritten. Mit Spuren vom Tatort könne möglicherweise ein DNA-Abgleich vorgenommen werden. Das Material werde vom Landeskriminalamt in Hannover ausgewertet.

Indizien reichten aus, um Haftbefehl zu erlassen. Der junge Mann wurde daraufhin in die Justizvollzugsanstalt in Vechta gebracht. Möglicherweise wurden dem 17-Jährigen Videoaufnahmen aus einer Überwachungskamera in dem Parkhaus zum Verhängnis.

Nur kurze Zeit nach der Veröffentlichung der Aufnahmen war der Jugendliche am Dienstagabend gefasst worden - vermutlich nach einem gezielten Hinweis von Bürgern. In der 50 000-Einwohner-Stadt löste die Verhaftung des jungen Mannes am Mittwochabend Erleichterung aus. „Ich hoffe, dass sich jetzt endgültig bestätigt, dass der Fall aufgeklärt ist“, sagte Oberbürgermeister Bernd Bornemann der dpa. Emden habe zuletzt besonders eng zusammengestanden.

„Man hat gemerkt, dass wir eine ganz persönliche Stadt sind. Viele Menschen kennen sich, es herrscht echte Betroffenheit.“ Für die Gottesdienste am Wochenende haben die Kirchen in Emden zur Fürbitte für die Elfjährige und ihre Familie aufgerufen.

Von

dpa

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