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25.08.2011

09:25 Uhr

Empfänger unbekannt

Wenn der Postmann keinmal klingelt

Tausende Briefe und Pakete werden jedes Jahr auf dem Weg zu ihrem Bestimmungsziel gestohlen. Vor allem seit die Deutsche Post ihre Sparmaßnahmen durchzieht, verschwinden immer mehr Sendungen im Niemandsland.

Die Post ist keine sichere Angelegenheit mehr. dpa

Die Post ist keine sichere Angelegenheit mehr.

BerlinDie kostbare Sendung von Lothar Schäfer kam niemals an. Drei Pakete hatte der Versicherungsangestellte aus Bad Wildungen in Hessen bei der Post aufgegeben. Der Inhalt: Computersoftware, DVDs und Spielkarten im Wert von je 500 Euro. „Eigentlich war der Versand als gutes Privatgeschäft gedacht“, sagt Schäfer. Auf die Ware warteten die Empfänger aber vergebens. „Die waren stinksauer“, erinnert sich Schäfer.

Der 45-Jährige ist kein Einzelfall. Jedes Jahr werden Tausende Briefe und Pakete auf dem Weg vom Absender zum Empfänger gestohlen - oder gehen verloren. Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, sagt: „Die Post ist keine sichere Angelegenheit mehr.“ Allein bei der Berliner Polizei meldeten sich im ersten Quartal dieses Jahres 700 Betroffene. Die Ermittler berichten von einer „steigenden Tendenz“.

Bundesweit gültige Statistiken sind nur schwierig aufzutreiben. Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) erfasst das Feld nicht eigenständig. Ähnlich wird es bei den meisten örtlichen Polizeibehörden gehandhabt. Gewerkschaftschef Wendt spricht von 3.240 registrierten Vorfällen im vergangenen Jahr. Inklusive der Dunkelziffer dürfte die Zahl noch höher liegen, meint er. Die Schadenshöhe ist unbekannt.

Deutsche Post lagert aus

Dem Deutschen Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT) ist die Angelegenheit ein Dorn im Auge. „Früher hatte die Post ihr eigenes Personal im Einsatz“, sagt Serkan Antmen, Bereichsleiter Post im DVPT. „Jetzt werden die Kästen von Subunternehmern geleert.“ Seitdem hätten die Meldungen über gestohlene Briefe und Pakete spürbar zugenommen.

Wendt sagt: „Erst werden Filialen geschlossen, dann wird das Geschäft an Tante-Emma-Läden abgegeben und jetzt werden Briefe in Postablagekästen gelagert.“ Der sichere Versand trete hinter dem Sparkurs und der Auslagerung von Geschäftsfeldern zurück. „Mein Eindruck ist, dass kein hoher Anspruch an die Sicherheit gelegt wird.“

Kommentare (1)

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StaatlicherSaftladen

25.08.2011, 11:28 Uhr

Meine Erfahrung aus ebay und Firma: rund 2-4% der Brief/Maxibrief gehen verloren!
Jedes Mal einen Nachforschungsauftrag gestellt, doch immer vergebens.

An der angeblich schlechten Bezahlung kann's nicht liegen: Hermes-Boten werden auch nicht besser bezahlt aber von mehreren Hundert Hermes-Paketen im Jahr ist mir noch KEIN EINZIGES verloren gegangen.

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