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09.08.2012

19:42 Uhr

Empörung in Italien

Supermarkt verkauft Adolf-Hitler-Wein

Ein italienischer Supermarkt verkauft Weinflaschen mit Adolf Hitler auf dem Etikett. Ausgerechnet ein jüdisches Ehepaar entdeckt die Flaschen. Doch das Personal bleibt gelassen: Das sei Geschichte, wie „Che Guevara".

9,50 Euro kostet eine Flasche des „Führerweins". dpa

9,50 Euro kostet eine Flasche des „Führerweins".

VeronaWeinflaschen mit einem Porträt von Adolf Hitler auf dem Etikett sorgen in Italien für Aufregung und haben ein juristisches Nachspiel. Beim Urlaubseinkauf in einem Supermarkt in Garda (Norditalien) entdeckte ein Ehepaar aus den USA die Flaschen im Regal. Der Wein mit Hitlers Konterfei wurde der Nachrichtenagentur Ansa zufolge zusammen mit Flaschen angeboten, auf denen neben anderen Papst Johannes Paul II auf dem Etikett abgebildet war.

Das Paar, laut Ansa jüdischen Glaubens, zeigte sich schockiert und tief verletzt, auch angesichts der eigenen Familiengeschichte: Vorfahren seien zur Zeit des Nazi-Terrors ermordet worden. Vom Personal hätten sie lediglich zu hören bekommen, das sei Geschichte „wie Che Guevara“.

Nach dem Vorfall kündigte der zuständige Staatsanwalt eine Untersuchung an. Integrationsminister Andrea Riccardi will nach einem Bericht der Zeitung „La Repubblica“ vom Donnerstag das Antirassismus-Büro der Regierung um eine Untersuchung bitten. Schon zuvor hatte es in Italien ähnliche Fälle gegeben. Unter anderem wurden auch Flaschen mit dem Konterfei des italienischen Faschistenführers Benito Mussolini verkauft.

Von

dpa

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

09.08.2012, 20:43 Uhr

Die Weinbauern aus Garda haben wohl nicht mitbekommen, daß man Weine nicht einfach nach Personen der Zeitgeschichte benennen darf. Könnte auch ein Schuß englischer Humor sein. Ich denke, daß das kurzzeitig durch Umbenennung auf koschere Zeitgenossen korrigiert werden kann.

ItzNoGood90

09.08.2012, 20:47 Uhr

Der Verweis auf den Masenmörder Che Guevara stimmt aber.

Stula

09.08.2012, 21:30 Uhr

Olle Kamellen und aller drei Jahre in den Medien aufgewärmt. Anscheinend muss es ja genug Käufer geben, oder?

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