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09.07.2015

15:21 Uhr

Endgültiges Aus droht

Trauriger Ferienbeginn an der Odenwaldschule

Geht es angesichts der Geldprobleme für die Odenwaldschule nach den Ferien noch weiter? Es könnte der letzte Schultag an dem traditionsreichen Internat gewesen sein.

Für die Odenwaldschule könnte aus finanziellen Gründen bald das Aus kommen. dpa

Odenwaldschule bei Heppenheim

Für die Odenwaldschule könnte aus finanziellen Gründen bald das Aus kommen.

HeppenheimIn gedrückter Stimmung sind die verbliebenen Schüler der krisengeschüttelten Odenwaldschule in die Ferien gestartet. Wenn ein letzter Rettungsversuch nicht gelingt, könnte es für das Elite-Internat nach 105 Jahren am Donnerstag der letzte Schultag überhaupt gewesen sein. Die Privatschule hatte im Juni Insolvenzantrag gestellt, weil ihr Geld fehlt. Nach einem Missbrauchsskandal ist die Zahl der Schüler stark zurückgegangen.

„Die Stimmung war entsprechend“, sagte der kommissarische Schulleiter Jan Fuchs nach dem Verabschieden der rund 20 Jugendlichen. Die anderen der zuletzt noch 150 Schüler seien schon seit einigen Tagen in den Ferien, einige mit Abitur in der Tasche. Äußern wollten sich die Schüler am Donnerstag nicht. „Das ist zu traurig“, meinte eine 17-Jährige.

Odenwaldschule: Skandal-Internat steht vor dem Aus

Odenwaldschule

Skandal-Internat steht vor dem Aus

Die Odenwaldschule ist finanziell angeschlagen und wird derzeit von einem Trägerverein verwaltet. Nun steht das Skandal-Internat offenbar vor dem Aus. Die Verantwortlichen wollen aber niemandem die Schuld zuweisen.

Alle der etwa 115 Schüler, die die Schulbank noch weiter drücken müssen, haben laut Schulleitung eine Alternative, falls es mit der Odenwaldschule nicht mehr weitergeht. „Die Schüler sind darüber aber nicht glücklich“, sagte Fuchs, der Physik, Chemie und Philosophie unterrichtet. „Sie wollen lieber an der Odenwaldschule bleiben.“ Auch ein Teil der Lehrer sehe sich nach anderen Aufgaben um. Die Sommerferien der Odenwaldschule dauern bis zum 23. August.

Seitdem vor fünf Jahren ein lange zurückliegender sexueller Missbrauch mit mindestens 132 betroffenen Schülern ans Licht gekommen war, gibt es vor allem im Trägerverein Streit. Es kam zu häufigen Wechseln an der Spitze der Schule. Die Zahl der Schüler sank deutlich. Im kommenden Schuljahr würden es wohl nur noch 80 sein. Der letzte Rettungsversuch soll von einer Gruppe von Eltern ausgehen, die die Schule unter anderem Namen fortführen will.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Franz Paul

09.07.2015, 15:55 Uhr

Tradition im Kinderschänden? Abreißen!

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