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04.09.2016

10:49 Uhr

„Engel der Armen“

Papst spricht Mutter Teresa heilig

Es ist eine der schnellsten Heiligsprechungen der Kirchengeschichte: Knapp 20 Jahre nach ihrem Tod ist Mutter Teresa von Papst Franziskus zur Heiligen erhoben worden. Die Ordensschwester galt als „Engel der Armen“.

Franziskus hat Mutter Teresa heiliggesprochen. Reuters

Der Papst beim Segen

Franziskus hat Mutter Teresa heiliggesprochen.

RomPapst Franziskus hat die Ordensfrau Mutter Teresa heiliggesprochen. Der Pontifex verlas am Sonntag in einer feierlichen Zeremonie auf dem Petersplatz in Rom die entsprechende Formel. Die als „Engel der Armen“ berühmt gewordene Friedensnobelpreisträgerin kann damit knapp 20 Jahre nach ihrem Tod in der katholischen Kirche weltweit als Heilige verehrt werden. Hunderttausende Pilger verfolgten bei Sonnenschein die Zeremonie auf dem Petersplatz und applaudierten.

Die Heiligsprechung ist eine der schnellsten in der Geschichte der katholischen Kirche. Bereits 2003 war Mutter Teresa seliggesprochen worden. Die albanische Ordensfrau, die auch die indische Staatsbürgerschaft besaß, kümmerte sich in Kolkata mit ihrem Orden „Missionarinnen der Nächstenliebe“ um Arme und Bedürftige. Ihr Engagement machte sie weltberühmt, vielen galt sie schon zu Lebzeiten als Heilige.

Mutter Teresas Heiligsprechung ist auch ein Höhepunkt des derzeit laufenden Heiligen Jahres der Barmherzigkeit und gilt als wichtiges Zeichen für Papst Franziskus, der stets eine „arme Kirche für die Armen“ predigt.

Ihr Einsatz für die Armen machte die 1910 als Tochter albanischer Katholiken geborene Mutter Teresa weltbekannt. 1979 erhielt sie für ihr Engagement den Friedensnobelpreis. Die Ordensfrau hatte 1950 im indischen Kolkata ihren Orden „Missionarinnen der Nächstenliebe“ gegründet. Für viele war sie schon zu Lebzeiten eine Heilige.

Heiligsprechung von Mutter Teresa: Kalkutta feiert den „Engel der Armen“

Heiligsprechung von Mutter Teresa

Kalkutta feiert den „Engel der Armen“

Die Würdigung von Mutter Teresa ist auch für die indische Stadt Kalkutta ein großes Ereignis – denn hier hat sie fast 50 Jahre gelebt und gearbeitet. Der „Engel der Armen“ wird am Sonntag heilig gesprochen.

Bereits 2003 und damit nur sechs Jahre nach dem Tod hatte Papst Johannes Paul II. Agnes Gonxha Bojaxhiu, die auch die indische Staatsbürgerschaft besaß, seliggesprochen. Damals kamen etwa 300 000 Menschen nach Rom. Ende vergangenen Jahres erkannte Papst Franziskus dann das nötige zweite Wunder an und machte damit den Weg für die Heiligsprechung frei, eine der schnellsten in der Moderne.

Bei dem Wunder handelt es sich um die unerklärliche Heilung eines Brasilianers von Infektionen im Gehirn. Er und seine Frau hatten zuvor die damals bereits gestorbene Mutter Teresa um Hilfe gebeten. „Wir sind Mutter Teresa sehr dankbar“, sagte Marcílio Haddad Andrino.

Die Heiligsprechung gilt als ein Höhepunkt des derzeit laufenden Heiligen Jahres der Barmherzigkeit, viele werten sie außerdem als starkes Zeichen des Papstes. Mutter Teresa steht für Barmherzigkeit wie kaum eine andere. Der kanadische Pater Brian Kolodiejchuk, der als Postulator die Heiligsprechung vorangetrieben hat, sagte: „Sie ist die perfekte Heilige für das Jahr der Barmherzigkeit.“

Dennoch sehen viele die Entscheidung des Papstes auch kritisch. So wird Mutter Teresa immer wieder vorgeworfen, nur die Symptome der Armut bekämpft zu haben, anstatt die tatsächlichen Ursachen. Auch die Tatsache, dass sie an Gott zweifelte, führen Kritiker gegen sie an.

Von

dpa

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