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27.04.2015

12:03 Uhr

Erdbeben im Himalaya

Schon mehr als 3200 Tote gefunden

Hunderttausende Nepalesen campieren nach dem großen Erdbeben in den Straßen. Denn im Himalaya bebt es noch immer – die Seismologen verzeichneten 83 Nachbeben. Hilfe erreicht die Betroffenen nur schwer.

Mindestens 3.200 Tote

TV-Bilder: Nepal liegt in Trümmern

Mindestens 3.200 Tote: TV-Bilder: Nepal liegt in Trümmern

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KathmanduZwei Tage nach dem schweren Erdbeben im Himalaya finden die Helfer weiter zahlreiche Tote. Allein in Nepal seien mindestens 3200 Menschen ums Leben gekommen, sagte Laxmi Dhakal vom Innenministerium in Nepal am Montag. Für die Rettungs- und Hilfsarbeiten würden alle verfügbaren Kräfte eingesetzt. Das Militär erklärte, 90 Prozent aller nepalesischen Soldaten seien im Einsatz. In Indien starben bei dem Beben 62 Menschen, in China mindestens 20 Menschen. Zahlreiche Staaten und Organisationen haben nach dem gewaltigen Beben mit der Stärke 7,8 Helfer nach Nepal entsandt. Auch aus Deutschland sollten weitere Hilfsflüge starten.

Den Überlebenden machten in der Nacht starke Regenfälle zu schaffen. Viele Bewohner der Region leben in Zeltstädten, da sie sich aus Angst vor Nachbeben nicht in ihre Häuser zurücktrauen. Nepals Regierung spricht von mehr als 6000 Verletzten. Überlebende berichten, viele Straßen seien durch Erdrutsche oder aufgerissenen Teer nicht passierbar. Nachbeben lassen die Erde weiter erzittern.

Das verheerende Erdbeben im Himalaya hat auch auf chinesischer Seite in Tibet mehr als 1000 Häuser zerstört und 10 000 weitere beschädigt. Mindestens 20 Menschen seien getötet und 58 verletzt worden, berichteten Staatsmedien am Montag. Vier seien vermisst. Fast 300 000 Menschen im größten Hochland der Erde seien betroffen. Die Hilfe für die Erdbebenopfer in Tibet ist angelaufen.

Die Volksbefreiungsarmee sei im Einsatz, habe Ärzte und Hilfspersonal sowie schweres Gerät zur Bergung in das Erdbebengebiet in Tibet entsandt, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. 24 800 Menschen seien ins Gebiet der tibetischen Stadt Xigaze in Sicherheit gebracht worden. Das Innenministerium hat 20 000 Zelte, 30 000 Mäntel und 15 000 Schlafsäcke bereitgestellt.

In Nepal versicherte das Tourismusministerium, ein Fokus der Hilfskräfte sei es auch, die festsitzenden Urlauber in Sicherheit zu bringen. Allein aus dem Basislager am Mount Everest seien 82 Menschen ausgeflogen worden, sagte Suresh Man Shrestha vom Ministerium. Dort waren mindestens 19 Bergsteiger und Helfer in einer Lawine gestorben. Dutzende sitzen noch am höchsten Berg der Welt fest.

Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) hat Nepal 200 Millionen US-Dollar (184 Millionen Euro) versprochen. Außerdem sende die Bank drei Millionen US-Dollar Soforthilfe für Zelte, Medikamente, Nahrungsmittel und Wasser, erklärte die Bank am Montag in Manila. Die 200 Millionen dürften, wie bei ADB üblich, ein Mix aus Darlehen und Zuwendungen sein. Die versprochenen Gelder sollten zum unmittelbaren Wiederaufbau verwendet werden.

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