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13.06.2017

00:59 Uhr

Erdbeben in der Ägäis

Frau auf Lesbos getötet

Erdstöße der Stärke 6,4 haben die Ägäis zwischen Izmir und Lesbos getroffen. Auf der griechischen Insel gab es eine Tote, mehrere Verletzte und schwere Schäden. Noch fehlen Berichte über Schäden in den Flüchtlingslagern.

Die griechische Insel ist von dem Beben am stärksten betroffen. dpa

Schäden auf Lesbos

Die griechische Insel ist von dem Beben am stärksten betroffen.

Istanbul/AthenEin starkes Seebeben hat die Ägäis erschüttert und mindestens ein Menschenleben gefordert. Nach Angaben des Helmholtz-Zentrums in Potsdam hatte das Beben eine Stärke von 6,4. Auf der Insel Lesbos starb nach griechischen Medienberichten eine Frau in den Trümmern ihres Hauses, mindestens zwölf Menschen wurden verletzt. Eine Frau konnte verletzt nach Stunden von der Feuerwehr geborgen werden. Von den Verletzten sei niemand in Lebensgefahr, berichteten Ärzte.

Das Beben sei am Nachmittag um 15.28 Uhr (Ortszeit) in einer sehr geringen Tiefe von nur sieben Kilometern aufgetreten, teilte die türkische Katastrophenschutzbehörde mit. Das Zentrum des Erdstoßes habe sich im Ägäischen Meer befunden. Es kam zu einem kleinen Tsunami, der aber keine Schäden anrichtete, berichtete der Chef des griechischen Geodynamischen Instituts, Efthymios Lekkas, im Staatsradio.

Im Anschluss kam es zu mindestens 25 Nachbeben, die unter anderem im etwa 300 Kilometer entfernten Athen, im 330 Kilometer entfernten Istanbul und der türkischen Provinz Izmir zu spüren waren. Experten rechneten sowohl in Griechenland als auch in der Türkei mit weiteren Folgebeben.

Seismologen rieten den Menschen, deren Häuser beschädigt wurden, im Freien zu bleiben. Es bestehe Gefahr, dass diese während eines Nachbebens einstürzten. Der Zivildienst sollte am Abend Zelte in den betroffenen Regionen rund um die Ortschaft Plomari aufschlagen.

Seebeben erschüttert Ägäisküste

Schwere Schäden auf Lesbos – Mehrere Verletzte, ein Toter

Seebeben erschüttert Ägäisküste: Schwere Schäden auf Lesbos – Mehrere Verletzte, ein Toter

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Auf Lesbos wurden Dutzende Häuser beschädigt. Einige Straßen wurden durch Geröll blockiert. In der Ortschaft Vrisa hätten die meisten Häuser Schäden davongetragen, sagte Bürgermeister Spyros Galinos. Betroffene seien zunächst auf einem Fußballfeld in der Nähe untergekommen. Die Feuerwehr befreite ein älteres Ehepaar aus einem beschädigten Haus. Berichte über weitere eingeschlossene oder vermisste Personen gebe es nicht, teilten die lokalen Behörden mit.

Hotels wurden nach Behördenangaben nicht beschädigt. Berichte über Schäden oder Verletzungen in den Flüchtlingslagern auf Lesbos und der nahegelegenen Insel Chios gab es am Montag nicht. Etliche Flüchtlinge und Migranten waren 2015 von der Türkei aus auf ihrem Weg nach Europa auf die beiden Inseln übergesetzt. Rund 8000 harren dort noch aus, während sie auf Neuigkeiten zu ihren Asylanträgen warten.

In der Türkei wurden nach dem Erdbeben bislang keine Verletzten gemeldet. Dennoch seien Rettungs- und Einsatzteams entsandt worden, erklärten die Behörden. 240 Familienzelte seien vorsorglich in die Region gebracht worden.

Der Seismologie Marco Bohnhoff vom Helmholtz-Zentrum in Potsdam sagte, es habe sich um ein sogenanntes Dehnungsbeben gehandelt, bei dem sich die obere Erdplatte in diesem Fall in Richtung Nord-Süd ausgedehnt habe. Das Epizentrum habe in zehn Kilometern Tiefe gelegen. Ein Beben in dieser Tiefe werde auch in mehreren hundert Kilometern Entfernung gespürt. Man müsse mit Nachbeben von einer Stärke bis 5 Grad rechnen. Beben dieser Art würden in dieser Gegend etwa zweimal im Jahr registriert.

Im europäischen Raum kommen die meisten Erdbeben in Griechenland, den südlichen Teilen des Balkans sowie im Westen der Türkei vor. Auch Italien und der westliche Balkan sind besonders betroffen. Der größte Teil der schweren europäischen Beben ereignet sich nahe den Rändern von Afrikanischer und Europäischer Platte. Dort kann es zu Spannungen kommen, die zu Beben führen.

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