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24.08.2016

19:30 Uhr

Erdbeben in Italien

„Alles, was wir hatten, ist weg“

Mit bloßen Händen suchen Helfer nach Überlebenden. Angehörige weinen. Mehrere Orte gleichen einem Trümmerfeld. Das Erdbeben in Italien weckt schlimme Erinnerungen - in jeder Beziehung. Szenen aus einem zerstörten Ort.

Erdbeben in Italien

Augenzeugen: „Das Haus ist zusammengebrochen."

Erdbeben in Italien: Augenzeugen: „Das Haus ist zusammengebrochen."

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AmatriceFeuerwehrmänner, Rettungshunde und Freiwillige suchen in dem abgelegenen italienischen Dorf Amatrice verzweifelt nach Überlebenden. „Das ist eine Stadt, die komplett zerstört wurde“, sagt der Helfer Federico Rossi der Deutschen Presse-Agentur. Sein Bruder Giulio ergänzt: „Wir haben so viele Freunde und Bekannte verloren.“ Um sie herum stehen Menschen, die weinen, sich trösten und umarmen. Hubschrauber kreisen über dem Ort in den Bergen den Apennin-Massivs. Im Hintergrund liegen die Toten, bedeckt von weißen Decken.

Bisher war Amatrice vor allem bekannt für das Pastagericht „Amatriciana“ mit Speck, Tomaten und Pecorino-Käse. Nun sieht man in den Medien überall Bilder von der Verwüstung. Das Erdbeben machte Teile des Städtchens mit etwa 2600 Einwohnern quasi dem Erdboden gleich. Viele der Toten sind hier zu beklagen. In der Gegend sind außerdem viele Touristen – während sie in den Wintermonaten eher verlassen ist, seien in den Sommermonaten bis zu 20.000 Menschen dort, sagt der frühere Bürgermeister von Amatrice, Carlo Fedeli. Der Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga ist beliebt bei Wanderern und Fahrradfahrern.

Nach dem Erdbeben ist diesem Mann nichts mehr geblieben. dpa

Völlige Zerstörung

Nach dem Erdbeben ist diesem Mann nichts mehr geblieben.

Viele Einwohner sind zu traumatisiert, um mit den Reportern vor Ort zu sprechen. „Hier ist nichts übrig geblieben, alles, was wir hatten, ist weg“, hört man eine Frau sagen, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter auf einem Spielplatz hockt. Helfer bringen Essen. Viele sind nun obdachlos, die Angst vor Plünderern geht um. Und Nachbeben setzen den Menschen weiter zu.

„Ich weiß nicht, wie ich überlebt habe“, sagt die ältere Frau Serafina Pierini, die sich noch an ein Erdbeben hier in den 50er Jahren erinnern kann. „Mein Sohn hat mich gerettet, ein Fenster eingeschlagen und mich auf einer Leiter Schritt für Schritt herausgetragen.“

Der Ort ist nicht weit entfernt von L'Aquila, wo im April 2009 ein ungefähr gleichstarkes Beben 300 Menschen in den Tod riss, und die Stadt und viele Dörfer in der Gegend zerstörte. Noch ist nicht klar, wie viele Menschen jetzt gestorben sind, von mindestens 120 ist die Rede. Die Bilder von den Orten, von denen nur noch Trümmerhaufen übrig geblieben sind, verheißen nichts Gutes. Befürchtet wird Schlimmeres. Auch mehrere Kinder sind unter den Toten.

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