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05.05.2015

17:32 Uhr

Erdbeben in Nepal

Weiteres deutsches Todesopfer bestätigt

Nach dem Erdbeben in Nepal haben die Behörden den Tod eines weiteren deutschen Opfers bestätigt. Die Frau ist in der Wanderregion Langtang ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer stieg indes auf mehr als 7600.

Im Langtang-Nationalpark haben etliche Schnee- und Stein-Lawinen die Wege zerstört. ap

Zerstörte Trekking-Wege

Im Langtang-Nationalpark haben etliche Schnee- und Stein-Lawinen die Wege zerstört.

KathmanduEineinhalb Wochen nach dem verheerenden Himalaya-Erdbeben hat Nepal ein zweites deutsches Todesopfer bestätigt. Die Frau sei in dem beliebten Wandergebiet Langtang gestorben, sagte Ramesh Adhikari, Leiter der nepalesischen Tourismusbehörde, am Dienstag. Näheres zur Herkunft der Frau wurde nicht bekannt. Das Auswärtige Amt machte zu dem konkreten Fall keine Angaben. Aus Berlin hieß es jedoch, dass weitere deutsche Staatsangehörige unter den Opfern sein dürften.

Ein erster Toter aus Deutschland war bereits kurz nach der Naturkatastrophe vom 25. April bekanntgeworden: Es handelte sich um einen Professor aus Göttingen. Im Langtang-Nationalpark werden zahlreiche weitere Touristen vermisst, darunter sind zwei 20-jährige Frauen aus Deutschland. Die Zahl der vermissten Deutschen liegt nach Angaben des Auswärtigen Amts mittlerweile „im sehr niedrigen zweistelligen Bereich“. Die Zahl der Todesopfer stieg insgesamt auf mehr als 7600, darunter 7500 alleine in Nepal.

Im Langtang-Nationalpark lösten sich bei dem Erdbeben zahlreiche Hänge, überall fielen Geröll- und Erdbrocken herab. „Wir rannten alle los, als es passierte, aber es gab am Hang nichts, wo wir uns in Sicherheit bringen konnten“, erzählt der Malaysier Yihar Chew. Er hatte das Dorf Langtang, das quasi ausgelöscht wurde, erst am Vortag verlassen. „Die meisten Häuser im Langtang-Tal wurden zerstört, entweder durch Erdrutsche oder durch die Erschütterungen“, erzählt der 28-Jährige. Er selbst wurde von einem herabfallenden Stein am Bein verletzt.

Weltweite stärkste Erdbeben

Erdbeben und ihre Stärke

Das Erdbeben in Nepal hat die Stärke 7,5 erreicht. Die schwersten Beben seit 1900.

Quelle: dpa

1960

Stärke 9,5 in Chile, Mai 1960, 1655 Tote.

1964

Stärke 9,2 in Alaska (USA), März 1964, 125 Tote

2004

Stärke 9,1 vor Sumatra (Indonesien), Dezember 2004, mit Tsunami etwa 230.000 Tote.

2011

Stärke 9,0 vor der Ostküste Japans, März 2011, mit Tsunami rund 15.800 Tote

1952

Stärke 9,0 in Kamtschatka (Russland), November 1952, keine Toten.

2010

Stärke 8,8 in Chile, Februar 2010, 524 Tote.

1906

Stärke 8,8 in Kolumbien und Ecuador, Januar 1906, 1000 Tote.

1965

Stärke 8,7 in Alaska (USA), Februar 1965, keine Toten.

1950

Stärke 8,6 in Assam (Indien), August 1950, 1526 Tote.

2005

Stärke 8,6 auf Sumatra (Indonesien), März 2005, 1313 Tote.

2012

Stärke 8,6 auf Sumatra (Indonesien), April 2012, keine Toten.

1957

Stärke 8,6 in Alaska (USA), März 1957, keine Toten.

Satellitenbilder der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigen, dass von dem Dorf Langtang kaum etwas übrig blieb. Bis Montag hatten die Helfer dort 52 Leichen aus den Schnee- und Schlammmassen geborgen, darunter sieben Ausländer. Der örtliche Beamte Gajendra Prasa Thakur sagte, etwa 70 Häuser seien überschwemmt worden. Viele von ihnen hätten als Unterkünfte und Imbissbuden für die Wanderer aus aller Welt gedient - derzeit ist Hochsaison. Laut dem Malaysier Chew waren dort vor allem Israelis und Franzosen unterwegs.

Zur Zahl der in ganz Nepal vermissten Touristen gibt es unterschiedliche Angaben. Die Polizei spricht von 114 Ausländern, darunter sieben Deutschen. Die Tourismusbehörde hingegen meint, allein in der Langtang-Region seien Hunderte Touristen unterwegs gewesen, zu denen nun kein Kontakt bestehe. „Wir versuchen, die genauen Zahlen zu ermitteln“, sagte Adhikari. Die Angaben zu Geretteten und tot Geborgenen seien an verschiedenen Stellen erfasst worden.

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