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28.04.2015

07:49 Uhr

Erdbeben in Nepal

Zehntausende verlassen das Katastrophengebiet

Die Zahl der Todesopfer nach dem Erdbeben in Nepal ist auf mehr als 4400 gestiegen. Auch in Tibet und Indien starben Menschen. Mehr als 70.000 Menschen haben auf der Suche nach Nahrung und Wasser die Region verlassen.

Hilfe für Katastrophenregion

Erdbebenhilfe für Nepal mit Schwierigkeiten

Hilfe für Katastrophenregion: Erdbebenhilfe für Nepal mit Schwierigkeiten

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KathmanduSeit dem verheerenden Erdbeben im Himalaya sind insgesamt 4438 Leichen gefunden worden, darunter allein 4352 in Nepal.

Allein im Distrikt Sindhupalchuk nordöstlich des schwer getroffenen Kathmandu wurden bislang 1176 Tote entdeckt, wie der stellvertretende Generalinspekteur der Polizei, Komal Singh Bam, am Dienstag berichtete. 8063 Menschen seien verletzt worden.

Im Nachbarstaat Indien gab es 61 Todesopfer. Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete zudem 25 Tote in Tibet. In Indien starben 72 Menschen.

Auf der Suche nach Wasser und Nahrung haben Zehntausende Menschen das von einem Erdbeben schwer getroffene Kathmandu-Tal in Nepal mittlerweile verlassen. Die nepalesische Zeitung „Himalayan Times“ gab ihre Zahl am Dienstag mit mehr als 72 000 an. In der Hauptstadt des Himalaya-Landes gebe es derzeit keinen Strom und kaum Trinkwasser, sagte Philips Ewert, Einsatzleiter der Hilfsorganisation World Vision vor Ort.

Alle großen Geschäfte und Banken in Kathmandu seien geschlossen, sagte Ewert. „Außerdem wollen viele Menschen in ihre Heimatdörfer fahren und schauen, wie es ihren Familien geht.“ Auf Fotos waren Lastwagen und Busse voller Menschen zu sehen. Lokale Medien sprachen mit vielen Bewohnern, die sich bitter über die mangelnde Vorbereitung und Koordination der Behörden beklagten. Auch würden die Hilfsgüter nicht gleichmäßig verteilt.

Das Erdbeben der Stärke 7,8 hatte am Samstag große Teile Nepals sowie die angrenzenden Länder Indien und das chinesische Tibet erschüttert. Im Bebengebiet leben nach UN-Angaben etwa 6,6 Millionen Menschen. Wie viele davon wirklich stark betroffen sind, ist laut Ewert noch nicht abzusehen. Seine Organisation höre immer wieder, dass im Epizentrum die meisten Häuser zerstört seien. „Aber die Region ist noch völlig unzugänglich.“

Am frühen Morgen starteten mehrere Flugzeuge von Kathmandu und machten somit Parkpositionen für ankommende Flieger frei. Der einzige internationale Flughafen Nepals war am Vortag wegen des Andrangs überlastet. Vier indische Militärmaschinen mussten deswegen unverrichteter Dinge wieder abdrehen. Sie sollten es später erneut versuchen, teilte das indische Verteidigungsministerium mit.

Der Pilot eines israelischen Hilfsflugzeuges sagte der Nachrichtenagentur AP, nicht alle Flugzeuge könnten wegen Überfüllung der Landebahnen landen. Diese seien zudem teilweise beschädigt.

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