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12.08.2011

08:20 Uhr

Ermittler

Schweres Zugunglück in China war "vermeidbar"

Mit 40 Toten und 200 Verletzten ist der Zusammenprall zweier Schnellzüge eines der schwersten Zugunglücke der Volksrepublik. Nun spricht ein chinesischer Behördenchef erstmals nun von Konstruktionsfehlern.

Chinesische Schnellzüge haben Konstruktionsfehler, sagt ein Behördenchef. Quelle: AFP

Chinesische Schnellzüge haben Konstruktionsfehler, sagt ein Behördenchef.

PekingDer schwere Unfall auf einer Schnellzugstrecke in China mit 40 Todesopfern war nach Erkenntnissen der Ermittler „vollständig vermeidbar“. Das berichtete die staatliche Zeitung „China Daily“ am Freitag unter Berufung auf den Chef der Behörde für Arbeitssicherheit, Luo Lin. Der Unfall vor knapp drei Wochen „hätte nicht passieren dürfen“, sagte der Leiter der Untersuchungskommission dem Blatt. Als Grund für den Unfall nannte er Materialfehler, die wahrscheinlich zu einem technischen Defekt geführt hätten. Aber auch die Notfallpläne seien mangelhaft gewesen. 

Am 23. Juli waren beim Zusammenprall von zwei Schnellzügen in der ostchinesischen Region Wenzhou 40 Menschen getötet und fast 200 weitere verletzt worden. Es handelte sich um das schwerste Unglück in der Geschichte des Hochgeschwindigkeitsnetzes in China. In der Folge wurden Vorwürfe laut, beim schnellen Ausbau des Netzes seien Abstriche bei der Sicherheit gemacht worden. Auch staatliche Medien übten ungewohnt scharfe Kritik. 

Der staatliche chinesische Eisenbahnbauer Staatsfirma China CNR Corp rief 54 Hochgeschwindigkeitszüge der kürzlich eingeweihten Bahnstrecke zwischen Peking und Shanghai wegen „technischer Probleme“ zurück. Die Züge würden zur „systematischen Analyse der Ursache gewisser technischer Probleme“ zurückgerufen, teilte die Staatsfirma China CNR Corp am Freitag mit.

Mit den verschärften Sicherheitsbestimmungen reagierte Peking auf den schweren Unfall vom 23. Juli. Bei dem Zusammenprall von zwei Schnellzügen in der Region Wenzhou waren 40 Menschen getötet und 191 weitere verletzt worden. Es handelte sich um das schwerste Unglück in der Geschichte des Hochgeschwindigkeitsnetzes der Volksrepublik. In der Folge waren Vorwürfe laut geworden, beim schnellen Ausbau des Netzes seien Abstriche bei der Sicherheit gemacht worden. Auch staatliche Medien übten ungewohnt scharfe Kritik.

Anfang der Woche hatte das Eisenbahnministerium die Auslieferung weiterer Züge der China CNR Corp gestoppt, nachdem Probleme mit ihren bereits eingesetzten Zügen aufgetreten waren. Die Firma hatte daraufhin mitgeteilt, dass fehlerhafte automatische Bremssysteme ihrer Züge Verzögerungen auf der prestigeträchtigen Hochgeschwindigkeitsstrecke Peking-Shanghai verursacht hätten.

Von

afp

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