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21.11.2011

10:12 Uhr

Ermittlungen laufen

700 Strafanträge gegen Arzt wegen Intimfotos

Wegen heimlicher Fotografien während der Untersuchung haben mehr als 700 Patientinnen Strafantrag gegen ihren Frauenarzt gestellt. Mehr als 35.000 Aufnahmen wurden bei dem Mediziner entdeckt.

Ein Arzt mit einem Stethoskop in der Hand an einer Computertastatur. dpa

Ein Arzt mit einem Stethoskop in der Hand an einer Computertastatur.

Frankenthal/SchifferstadtMehr als 700 Patientinnen haben Strafantrag wegen heimlicher Intimfotos gegen ihren Frauenarzt im pfälzischen Schifferstadt gestellt. Die Ermittlungen werden wegen der Menge an Fotos noch eine geraume Zeit in Anspruch nehmen, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Lothar Liebig. Insgesamt soll der Frauenarzt in seiner Praxis etwa 3000 Frauen während der Untersuchung heimlich fotografiert haben.

Davon seien die ersten 800 Fälle abgearbeitet, erklärte Liebig. Das bedeutet, die Identität der Frauen wurde ermittelt und die jeweilige Patientin gefragt, ob sie Strafantrag stellen will. „Nur eine sehr kleine Quote wollte dies nicht“, sagte Liebig. Zusätzlich meldeten sich von sich aus Patientinnen des Arztes bei den Behörden.

Ermittler hatten bei dem Mediziner mehr als 35.000 intime Aufnahmen entdeckt. Der Mann soll gegen Paragraf 201a des Strafgesetzbuches verstoßen haben, der die „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ beschreibt. Das Delikt kann nur auf Antrag der Opfer bestraft werden.

Von

dpa

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