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13.07.2013

14:28 Uhr

Ermittlungen nach Zugunglück

Defektes Weichenteil könnte Unglück verursacht haben

Das schwerste Zugunglück in Frankreich seit 25 Jahren hat sechs Menschen das Leben gekostet. Jetzt läuft die Ursachenforschung. Ersten Erkenntnissen zufolge könnte eine defekte Weiche der Auslöser für das Unglück sein.

Frankreichs Präsident besucht Unglücksort

Video: Frankreichs Präsident besucht Unglücksort

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ParisDas schwere Zugunglück südlich von Paris ist vermutlich durch ein defektes Verbindungsteil an einer Weiche verursacht worden. Das Stahlelement, das eigentlich zwei Schienenteile zusammenhalten sollte, habe sich aus noch ungeklärter Ursache gelöst, erklärte ein Bahnverantwortlicher am Samstag auf einer Pressekonferenz. Deswegen konnte der Zug nicht seinen regulären Weg fahren. Nun sollen schnellstmöglich alle vergleichbaren Verbindungsteile im französischen Schienennetz überprüft werden, es sollen rund 5000 sein.

Bei dem schwersten Zugunglück in Frankreich seit 25 Jahren waren am späten Freitagnachmittag mehrere Waggons eines Intercity-Zuges an einem Bahnhof in Brétigny-sur-Orge aus den Gleisen gesprungen. Mindestens sechs der 385 Reisenden starben. 30 Menschen mussten nach Regierungsangaben stationär in Krankenhäusern behandelt werden. Ärzte sprachen zudem von Dutzenden Leichtverletzten. Bei den Todesopfern handelt es sich nach Behördenangaben um vier Männer und zwei Frauen im Alter von 19 bis 82 Jahren.

Zugunglück in Bretigny-sur-Orge: Die Rettungsarbeiten dauerten bis in die Nacht. AFP

Zugunglück in Bretigny-sur-Orge: Die Rettungsarbeiten dauerten bis in die Nacht.

Dass sich weitere Tote in den Trümmern befinden, galt am Samstag weiter als nicht ausgeschlossen. „Die Rettungskräfte haben zur Stunde keine neuen Opfer identifiziert, (...) aber wir müssen extrem vorsichtig bleiben“, sagte Verkehrsminister Frédéric Cuvillier. Die Bergungsarbeiten seien langwierig. Die umgestürzten Waggons sollten erst im Laufe des Tages aufgerichtet werden.

Nach den Angaben zum Unfallablauf waren am Freitag um 17.14 Uhr vier Waggons des Intercity-Zuges an einer Weiche rund 200 Meter vor dem Bahnhof von Brétigny-sur-Orge entgleist. Während der eine Zugteil weiterrollte, krachte der andere zum Teil auf den Bahnsteig. Der Zug fuhr mit 137 Stundenkilometer und damit 13 km/h langsamer als erlaubt. Über die Weiche vor dem Bahnhof war eine halbe Stunde vor dem Unglück noch ein anderer Zug gefahren - offensichtlich ohne Probleme.

Kommentare (1)

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13.07.2013, 09:38 Uhr

Klaut man in F auch meterweise Kabel aus den Anlagen ?
NImmt ja immer groteskere züge an mit den Organisierten inner EU Reisebewegungen

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