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15.01.2014

11:22 Uhr

Erneuter Missbrauch

Dänische Touristin in Indien vergewaltigt

In einem indischen Touristenviertel haben mehrere Männer eine Dänin vergewaltigt. Die 51-Jährige hatte die Gruppe nach dem Weg gefragt. Die Polizei nahm 15 Männer zum Verhör fest.

Gruppenvergewaltigungen sind in Indien keine Seltenheit. Doch seit dem Tod einer indischen Studentin nach einem solchen Verbrechen hat das Land eine Respekt-Initiative gegenüber Frauen gestartet. ap

Gruppenvergewaltigungen sind in Indien keine Seltenheit. Doch seit dem Tod einer indischen Studentin nach einem solchen Verbrechen hat das Land eine Respekt-Initiative gegenüber Frauen gestartet.

Neu DelhiEine dänische Urlauberin ist in der indischen Hauptstadt Neu Delhi nach eigener Aussage von mehreren Männern vergewaltigt und ausgeraubt worden. Die 51-Jährige habe sich auf dem Weg ins Hotel verlaufen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Als sie nach der Adresse fragte, sei sie von einer Gruppe von acht Männern mit einem Messer bedroht und zu einem abgelegenen Ort gebracht worden. Dort hätten sich die Angreifer am Dienstagabend an ihr vergangen, sagte Polizeisprecher Rajan Bhagat. In der Nähe des Tatorts seien 15 Männer zum Verhör festgenommen worden, meldete der TV-Sender NDTV.

Die Dänin habe sich in dem bei Rucksacktouristen beliebten Viertel Paharganj verlaufen. Ihr seien bei dem Überfall auch ein Tablet-Computer und Geld gestohlen worden.

Die Frau habe Strafanzeige gestellt, eine medizinische Untersuchung aber abgelehnt. Am Mittwoch sei sie in ihre Heimat zurückgeflogen. Die dänische Botschaft sei über den Überfall informiert worden, hieß es.

Wie die Zeitung „The Times of India“ berichtete, war die Dänin vor etwa einer Woche in dem asiatischen Land eingetroffen und hatte unter anderem den Taj Mahal in Agra besucht. Der Überfall habe sich am Tag ihrer Ankunft nach einem Museumsbesuch in der Nähe von Neu Delhis Bahnhof ereignet.

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Eine tödliche Gruppenvergewaltigung in Neu Delhi im Dezember 2012 hatte eine weitreichende Debatte über die grassierende sexuelle Gewalt in Indien und das Scheitern wirksamer Schutzmaßnahmen für Frauen ausgelöst. Der Fall wühlte das südasiatische Land auf und setzte eine Justizreform in Gang. Unter anderem wurden Sondergerichte für Vergewaltigungsfälle gegründet.

Die Zahl der gemeldeten Vergewaltigungen nahm in Indien zuletzt zu. Dies lässt darauf schließen, dass betroffene Frauen dazu ermutigt werden, derartige Verbrechen mitzuteilen. Zwischen Januar und Oktober 2013 wurden in der Hauptstadt Neu Delhi und ihren Vororten 1330 Fälle von Vergewaltigung den Behörden gemeldet. 2012 waren es für das gesamte Jahr 706 Fälle, wie aus Zahlen der Regierung hervorgeht.

Ausländerinnen sind von Vergewaltigungen in Indien immer wieder betroffen. Im März vergangenen Jahres wurde eine Schweizerin Opfer einer Gruppenvergewaltigung, als sie mit ihrem Mann eine Fahrradtour durch Zentralindien machte. Die Vorfälle gefährden die indische Tourismusindustrie. Das Tourismusministerium rief daher eine Kampagne mit dem Namen „I Respect Women“ (deutsch: Ich respektiere Frauen) ins Leben, um Reisenden Mut zu machen.

Kommentare (1)

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15.01.2014, 11:57 Uhr

Also ich versteh das einfach nicht. Wenn mir als Tourist(in) bekannt ist, daß in diesem Land Gruppenvergewaltigungen an der Tagesordnung sind, warum frage ich gleich eine ganze Gruppe von Männern nach dem Weg, wenn ich mich verlaufen habe?! Ich bin auch weiblich und viel alleine gereist, aber in manchen Situationen muß man eben auch seinen gesunden Menschenverstand einsetzen!

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