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26.01.2004

12:30 Uhr

Erreger genetisch unterschiedlich

Vogelgrippe weitet sich nach Westen aus

Die Vogelgrippe ist nach Westen gewandert und hat nun auch Pakistan erreicht. Die Medizinische Vereinigung Pakistans rief zur Vorsicht beim Umgang mit Hühnerfleisch auf.

HB KARACHI/BANGKOK/JAKARTA/SEOUL/ JOHANNESBURG/HAMBURG. Über Infektionen bei Menschen sei nichts bekannt, hieß es. Allein in der Umgebung der 14-Millionen-Stadt Karachi sind rund 30 000 Geflügelfarmen angesiedelt.

In Thailand meldeten die Regierung unterdessen den ersten bestätigten Todesfall eines Menschen durch Vogelgrippe. Der sechs Jahre alte Junge sei am frühen Montagmorgen in Bangkok an dem Erreger gestorben. Bei einem 56 Jahre alten Geflügelzüchter sind sich die Behörden inzwischen nicht mehr sicher, dass auch er der Tierseuche erlag. Er wurde zu einem „wahrscheinlichen Fall“ zurückgestuft.

Nach jüngsten Angaben des Landwirtschaftsministerium in Bangkok grassiert die Vogelgrippe in 10 Provinzen, in 14 weiteren seien Fälle von Hühnercholera aufgetreten. Damit wurde eine frühere Darstellung korrigiert, dass es inzwischen in 34 Provinzen zu einem Ausbruch der Geflügelpest gekommen sei.

Die in Südkorea und Vietnam grassierenden Vogelgrippeviren seien vermutlich auf verschiedene Quellen zurückzuführen. Der in Südkorea aufgetretene Erreger unterscheidet sich genetisch von dem in Vietnam, wo bereits sechs Menschen an dem Erreger bestorben sind. Zu diesem vorläufigen Ergebnis sei die US-Seuchenkontrollbehörde CDC in Atlanta bei Laboruntersuchungen gekommen, teilten südkoreanische Behörden am Montag in Seoul mit. Endgültige Testergebnisse würden in der nächsten Woche erwartet.

Inzwischen hat nun auch Südafrika den Import von Hühnern aus der Region bis auf weiteres untersagt. Nach Angaben des südafrikanischen Rundfunks vom Montag will das zuständige Agrarministerium damit ein Übergreifen der Vogelgrippe auf heimische Bestände verhindern. Auch die Europäische Union hat alle Importe von Geflügelfleisch aus Thailand gestoppt.

Das Hamburger Tropeninstitut hat Reisende nach Südostasien vor Kontakt zu lebendem Geflügel und Wasservögeln gewarnt. Gefährdet für Infektion seien Menschen mit direktem Vogelkontakt, wie etwa auf einem Geflügelmarkt, bei der Schlachtung oder der Tierpflege, betonte das Reisemedizinische Zentrum des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) am Montag. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei im Alltag dagegen praktisch ausgeschlossen. Das Virus sei seit rund 100 Jahren bekannt und komme weltweit vor. Überträger seien vor allem Wildvögel, die Hausvögel und auch Schweine anstecken könnten.

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