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10.03.2014

20:45 Uhr

Erster Tag im Hoeneß-Prozess

„Gefängnisstrafe am Ende des Tunnels“

Es sind enorme Summen, mit denen Uli Hoeneß auf dem Finanzmarkt jongliert haben muss. Er hat nicht nur 3,5 Millionen, sondern 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen. Die Lage scheint sich für ihn zuzuspitzen.

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Erste Bilder: Uli Hoeneß vor Gericht

Video: Erste Bilder: Uli Hoeneß vor Gericht

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MünchenEin 18,5-Millionen-Euro-Geständnis bringt Uli Hoeneß in seinem spektakulären Steuerprozess noch mehr in die Bredouille. Der Präsident des FC Bayern München räumte zum Auftakt des Verfahrens vor dem Münchner Landgericht am Montag ein, 15 Millionen Euro mehr an Steuern hinterzogen zu haben als in der Anklageschrift angenommen. Die Staatsanwaltschaft hatte Hoeneß vorgeworfen, 3,5 Millionen Euro zwischen 2003 und 2009 am Fiskus vorbeigeschleust zu haben. „Ich bin froh, dass jetzt alles auf dem Tisch liegt. Ich werde alles dafür tun, dass dieses für mich bedrückende Ereignis abgeschlossen wird“, betonte Hoeneß.

Schon bei der jetzigen Anklage droht dem Bayern-Boss im für ihn schlimmsten Fall eine Haftstrafe ohne Bewährung. Jetzt ist die Summe rund fünfmal so hoch wie von der Staatsanwaltschaft vermutet - der Chef der Deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler, sah in einem N24-Interview schon eine „Gefängnisstrafe am Ende des Tunnels“. Hoeneß' Verteidiger Hanns W. Feigen wollte die neuen Zahlen als Zeichen der Geständigkeit verstanden wissen.

Der Münchner Wirtschaftsexperte und promovierte Jurist Manuel Theisen sagte, dies sei nun eine ganz andere Dimension. „Es geht nicht nur um eine knapp fehlerhafte Selbstanzeige.“ Man müsse auch überlegen, ob es weitere Beteiligte gegeben haben könnte. „20 Millionen Euro. Das kann man sich gar nicht mehr vorstellen, dass es einen Mann und ein Konto betrifft“, sagte Theisen am Rande des Prozesses. „Der Richter muss das hinterfragen.“

Hoeneß entlasten könnte auch ...

... die freiwillige Selbstanzeige

Sollten die Richter zu der Überzeugung gelangen, dass Uli Hoeneß seine Selbstanzeige aus freien Stücken eingereicht hat, könnte dies für ihn strafmildernd berücksichtigt werden.

... die freiwillige Selbstanzeige II

Die freiwillige Selbstanzeige steht der taktischen Selbstanzeige entgegen. Sollten die Richtern zu dem Schluss kommen, dass Hoeneß erst handelte, als ihm bereits klar war, dass ihm Medien auf der Spur waren, kann er in diesem Punkt nicht mit Strafmilderung rechnen.

... die Kooperation mit seinem Steuerberater

Strafmildernd in Betracht könnten die Richter auch, dass Hoeneß bei der Selbstanzeige mit einem Experten, seinem Steuerberater, kooperiert hat, sich von ihm hat beraten lassen.

... die Kooperation mit seinem Steuerberater II

„Das Gericht hat die Aufgabe, den Sachverhalt vollumfänglich zu würdigen, und insbesondere alle Umstände zu berücksichtigen, die für den Mandanten sprechen“, sagt Christine Varga, Rechtsanwältin bei Rödl & Partner. Die Tatsache, dass Hoeneß sich habe beraten lassen, sollten die Strafverteidiger in jedem Falle aufgreifen.

Steuer-Strafrechtler Arne Lißewski erwartet nun weitere Maßnahmen der Staatsanwaltschaft gegen Hoeneß. „Da ist es möglich, dass eine Nachtragsanklage vonseiten der Staatsanwaltschaft erhoben wird“, sagte der Krefelder Jurist der Nachrichtenagentur dpa. „Die Staatsanwaltschaft wird bemüht sein, diese 15 Millionen in den Prozess einzubinden“, fügte Lißewski hinzu.

Gerichtssprecherin Andrea Titz wollte sich nach dem Ende des ersten Verhandlungstages nicht konkret zu Konsequenzen aus dem spektakulären Geständnis äußern. „Man hat einen größeren Schaden, aber er hat auch ein Geständnis abgelegt zu Dingen, die noch gar nicht bekannt waren.“ Was das für die Prozessdauer oder gar das Strafmaß bedeute, sei noch nicht absehbar. Experte Theisen meinte, Hoeneß habe weitere Sympathien verspielt. „Dass er sich damit selbst vom Thron gestürzt hat, ist klar.“

Erst vor gut einer Woche hätten Hoeneß und seine Verteidigung die spektakulären Unterlagen dem Gericht vorgelegt, sagte Gerichtssprecherin Titz. Aus ihrer Sicht waren die neuen Zahlen in Hoeneß' ohnehin schon umstrittener Selbstanzeige außerdem nicht zu finden. Am Dienstag soll eine Finanzbeamtin gehört werden, die die neuen Unterlagen derzeit prüft.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

11.03.2014, 12:57 Uhr

Alles Banditen! Achten sie mal auf die polnische Milchquote!

http://www.youtube.com/watch?v=0NVS050Rz_s
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/daenische-polit-doku-alles-banditen-von-vorne-oder-von-hinten-a-254391.html

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