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11.04.2006

11:46 Uhr

Essen wird Kulturhauptstadt 2010

„Wir sind Europa im Kleinen“

Essen wird „Kulturhauptstadt Europas 2010“. Die EU-Kommission in Brüssel gab am Dienstag bekannt, dass sich die Stadt gegen den Konkurrenten Görlitz durchgesetzt habe

HB BRÜSSEL. „Das ist ein riesiger Tag für uns“, sagte der Essener Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger. Nun liege eine Menge Arbeit vor den Beteiligten, die man sehr gern tun werde. Neben seinem Görlitzer Amtskollegen gratulierten auch Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee, Kulturstaatsminister Bernd Neumann und der Deutsche Kulturrat zur Entscheidung.

Görlitz und Essen waren im vergangenen Jahr aus einem nationalen Wettbewerb, an dem insgesamt zehn Städte teilgenommen hatten, als Sieger hervorgegangen. Jedes Jahr stellen jeweils ein altes und ein neues Mitgliedsland der EU eine Kulturhauptstadt. Im Jahr 2010 werden dies turnusmäßig eine deutsche und eine ungarische Stadt sein.

Für Ungarn machte die Stadt Pécs (Fünfkirchen) das Rennen. Görlitz war gemeinsam mit der auf der anderen Seite der Neiße gelegenen polnischen Stadt Zgorzelec als Doppelstadt ins Rennen gegangen. Beide Städte hatten damit geworben, unter dem gemeinsamen europäischen Dach und vor dem Hintergrund ihrer schwierigen Geschichte zusammenwachsen zu wollen. Essen hatte sich mit der kulturellen Vielfalt des Ruhrgebietes empfohlen.

Als außereuropäische Stadt setzte sich Istanbul gegen Kiew durch. Die endgültige Entscheidung, wer Kulturhauptstadt wird, wird der Rat der Kulturminister im November treffen. Allerdings ist es noch nie vorgekommen, dass die Entscheidung der Jury nicht bestätigt wurde. Der Essener Oberbürgermeister Reiniger sagte in seiner Stadt, zur Entscheidung habe sicher auch die Tatsache beigetragen, dass in dem Ballungsraum Menschen aus so vielen Herkunftsländern lebten. „Ich bin ganz sicher, wir sind Europa im Kleinen“, sagte der Oberbürgermeister. „Und das haben wir immer wieder deutlich gemacht, von Beginn an.“

Tiefensee erklärte in Berlin, dass Essen für den gelungenen Strukturwandel einstiger Industrieregionen stehe. „Essen und das Ruhrgebiet zeigen, wie eine ganze Region kulturell umgewidmet und ihr eine von Kultur geprägte Zukunft erschlossen werden kann.“ Kulturstaatsminister Neumann erklärte, dass sich das Ruhrgebiet vom alten Klischee mit „rauchenden Schloten“ verabschiedet habe. Görlitz habe sich mit seiner Bewerbung aber nicht verstecken müssen.

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