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29.01.2014

12:36 Uhr

Europaweite Streiks

Lufthansa streicht europaweit 50 Flüge

In Frankreich, Portugal und Griechenland streiken die Fluglotsen. Am Mittwoch könnte der Flugverkehr beeinträchtigt sein. In Deutschland wird zwar nicht gestreikt – trotzdem müssen Fluggäste mit Behinderungen rechnen.

Fluglotsen am Frankfurter Flughafen: In Deutschland wird zwar nicht gestreikt, trotzdem müssen Fluggäste mit Verspätungen rechnen. dpa

Fluglotsen am Frankfurter Flughafen: In Deutschland wird zwar nicht gestreikt, trotzdem müssen Fluggäste mit Verspätungen rechnen.

Frankfurt/MainFluglotsenstreiks in Europa wirbeln den Flugplan der Lufthansa durcheinander. Am Mittwoch und Donnerstag fallen gut 50 Kurz- und Mittelstreckenflüge aus, wie aus einer Aufstellung auf der Internetseite des Konzerns hervorgeht. Das ganz große Chaos bleibt aber aus, nachdem die französische Fluglotsengewerkschaft einen Ausstand über fünf Tage absagte. Auch die deutschen Kontrolleure zogen ihre Streikankündigung daraufhin zurück. Mit den Arbeitsniederlegungen demonstrieren die Lotsen gegen eine von der EU-Kommission vorangetriebene Reform der europäischen Flugüberwachung, die Arbeitsplätze kosten könnte.

Die angekündigten Fluglotsen-Streiks in mehreren europäischen Ländern führten am Mittwoch am Frankfurter Flughafen zunächst zu keinerlei Behinderungen. Dies sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Morgen. Die Lufthansa rechnete aber damit, dass es auch in Frankfurt zu vereinzelten Behinderungen kommen kann. Passagiere sollten sich auf jeden Fall rechtzeitig über den Status ihres Flugs informieren, wie ein Sprecher der Airline sagte.

Vor allem in Frankreich und Portugal müssen Fluggäste mit Störungen des Flugverkehrs rechnen. Das hatte die europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol am Dienstag mitgeteilt. Die Lotsen wollen gegen EU-Pläne zur Liberalisierung der Luftraum-Überwachung protestieren. Deutsche Lotsen beteiligen sich nicht an der Aktion, bei Flügen etwa über französischen Luftraum können aber auch Verbindungen von und nach Deutschland betroffen sein.

In Griechenland hingegen wird es am Donnerstag zu Behinderungen im Flugverkehr kommen. Wie die Gewerkschaft der Fluglotsen am Mittwoch mitteilte, werde der griechische Luftraum zwischen 10.00 Uhr (MEZ) und 13.00 Uhr (MEZ) geschlossen bleiben. Dutzende Flüge müssten aus diesem Grund verschoben werden, teilten Fluglinien in Athen mit. Zudem sollen einige Inlandsflüge ganz ausfallen.

Einige kleinere Probleme gibt es bereits am Mittwoch. Die Mitarbeiter der zivilen Luftfahrt, die in kleineren griechischen Regionalflughäfen arbeiten, kündigten für den Vormittag einen vierstündigen Streik an.

In Zypern soll es am Mittwochnachmittag zu kleineren Problemen kommen. „Wir beteiligen uns mit einem Dienst nach Vorschrift zwischen 14.00 Uhr und 18.00 Uhr MEZ am Mittwoch“, sagte der Sprecher des Verbandes der zyprischen Fluglotsen, Giorgos Georgiou, der Nachrichtenagentur dpa. Es werde mit keinen Ausfällen gerechnet.

Die griechischen und zyprischen Fluglotsen haben sich damit einem Streik in insgesamt zehn europäischen Staaten angeschlossen. Die Fluglotsen protestieren gegen EU-Pläne zur Liberalisierung der Luftraum-Überwachung. Die griechischen Fluglotsen fordern zudem mehr Personal.

Kommentare (1)

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29.01.2014, 10:00 Uhr

Volles Verständnis für die Fluglotsen. Der Liberalisierungsirrsinn muß ein Ende haben.

Gerade bei der Flugsicherung ist dies tötlich, wie wir seit dem Flugzeugunglück in Überlingen wissen! 71 Tote, darunter fast 50 Kinder, und das nur um die Gewinne von Skyguide zu sichern!

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