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12.03.2013

15:42 Uhr

Europaweites Chaos

Massenkarambolage wegen Schneefalls auf der A 45

Die Rückkehr des Winters sorgt in Europa für Chaos: In Frankfurt war der Flughafen zeitweilig ganz dicht, Landungen sind weiterhin nicht möglich. Auf der A45 wurden bei einer Massenkarambolage mehrere Menschen verletzt.

Langer Winter

Schnee verursacht Verkehrschaos

Langer Winter: Schnee verursacht Verkehrschaos

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Düsseldorf/FrankfurtDie Rückkehr des Winters hat im Westen Europas zu verheerenden Folgen geführt. Auf der Autobahn A 45 in Mittelhessen ereignete sich bei starkem Schneetreiben und auf schneeglatter Fahrbahn am Dienstagmittag eine Massenkarambolage.

An der Unfallserie zwischen Wölfersheim und Florstadt waren nach ersten Schätzungen bis zu 100 Fahrzeuge beteiligt, wie das Polizeipräsidium Mittelhessen in Friedberg mitteilte. Dabei wurden demnach mehrere Menschen verletzt. Die Autobahn wurde in beide Richtungen gesperrt.

Ein ähnlich verheerendes Bild ergibt sich bei den europäischen Nachbarn: Ein Kältetoter, viele Haushalte ohne Strom, blockierte Autos und Züge sowie Flugausfälle lautet eine erste Bilanz allein für Frankreich. Auf dem Pariser Flughafen Orly rutschte ein Flugzeug der Tunisair mit 140 Menschen an Bord bei der Landung von der Bahn. Verletzte gab es dort allerdings nicht.

Stau-Fakten

Bei 80 bis 100 km/h...

...liegt die Kapazität einer Straße bei 1500 bis 2500 Fahrzeugen pro Stunde und Spur. Schnelleres und langsameres Fahren verringert die Kapazität.

Staus aus dem Nichts...

... entstehen, wenn die Kapazität einer Straße noch weiter herabgesetzt wird, etwa durch ungünstige Witterung wie Regen, Schnee- oder Glatteis sowie ineffektives Verhalten der Verkehrsteilnehmer (Schaulust etc.).

Nadelöhre...

... oder in der Fachsprache „eine Verengung des Verkehrswegs“ entstehen unter anderem durch Spursperrungen aufgrund von Baustellen oder Unfällen sowie Fahrbahnverengungen zum Beispiel vor Tunneln.

Staumeldungen...

... gehen über Polizeistreifen, Kameras und Hubschrauber ein. Außerdem gibt es stationäre Erfassungs-Systeme. Die fest montierten Verkehrsflusssensoren an der Autobahn wird der Verkehrsfluss objektiv gemessen. Hierbei wird nur die linke Fahrspur überwacht, da über die Parameter Abstand und Geschwindigkeit auf der linken Spur auf die Verkehrsdichte der anderen Spuren geschlossen werden kann.

Alle vier Kilometer...

... befindet sich auf deutschen Autobahnen befindet sich im Schnitt ein solcher Sensor. Insgesamt sind bundesweit damit 4000 Sensoren im Einsatz.

Am Frankfurter Flughafen führten am späten Dienstagvormittag auch starke Schneeverwehungen dazu, dass keine Flieger mehr starten oder landen konnte. Nach gut zwei Stunden Vollsperrung stand nach Angaben eines Sprechers des Flughafenbetreibers Fraport lediglich eine Startbahn wieder für vereinzelte Abflüge zur Verfügung. Landungen waren demnach zunächst weiterhin nicht möglich. Bis zum frühen Dienstagnachmittag wurden bereits mehr als 350 von den ursprünglich 1250 geplanten Flügen gestrichen. Die Räumfahrzeuge waren mit dem Räumen nicht nach gekommen, sagte ein Flughafensprecher. Auch die Crews der Fluggesellschaften hätten wegen des Winterwetters Probleme, pünktlich zur Arbeit zu kommen.

Im Straßenverkehr kam es in Folge des Wintereinbruchs teilweise zu schweren Unfällen. Auf der Autobahn A 45 in Mittelhessen ereignete sich bei starkem Schneetreiben und auf schneeglatter Fahrbahn am Dienstagmittag eine Massenkarambolage. An der Unfallserie zwischen Wölfersheim und Florstadt waren nach ersten Schätzungen bis zu 100 Fahrzeuge beteiligt, wie das Polizeipräsidium Mittelhessen in Friedberg mitteilte. Dabei wurden demnach mehrere Menschen verletzt. Die Autobahn wurde in beide Richtungen gesperrt.

Wissenswertes zum Wetter

Begriff Wetter

Der Begriff Wetter stammt vom althochdeutschen Wetar ab und bedeutet soviel wie Wind oder Wehen. Der Meteorologe versteht darunter den Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort und zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Wetterfrosch

Der Wetterfrosch ist eigentlich ein Laubfrosch. Sein Mythos geht darauf zurück, dass er bei sonnigem Wetter an bodennahen Pflanzen hochklettert, weil die Insekten, die ihm als Nahrung dienen, bei Sonne höher fliegen als sonst. Daraus entstand die Vorstellung, er könne das Wetter nicht nur anzeigen, sondern sogar vorhersagen. Die Menschen sperrten den Frosch in ein Glas ein, in dem sich eine kleine Leiter befand. Stieg er darauf, war das ein Zeichen für gutes Wetter.

Ursprünge der Wettervorhersage

1592 erfand Galileo Galilei das Thermoskop - den Vorfahren unseres heutigen Thermometers. Als sein Lehrling Evangelista Toricelli wenige Jahre später das erste Barometer konstruierte, war der erste große Schritt in Richtung Wettervorhersage getan.

Pfälzische Meteorologische Gesellschaft

Das erste organisierte Wetterbeobachtungsnetz der Welt wurde im Jahr 1780 in Mannheim gegründet: Die Pfälzische Meteorologische Gesellschaft. Schon bald umfasste das Netz 39 Stationen, verteilt auf die ganze Welt.

Beeinflussung

Seit den 1950er Jahren ist es möglich, Wolken künstlich abregnen zu lassen. Versuche im großen Maße zur Beeinflussung des Wetters werden vor allem in China vorgenommen. Die Volksrepublik unterhält ein staatliches „Wetteränderungsamt“. Bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 sorgte dieses für Schönwetter, indem Flugzeuge Chemikalien versprühten, die Regenwolken entfernt von der Hauptstadt abregnen ließen.

Sonne sorgt für gute Laune

Sonne wirkt sich auf unser Gemüht aus. Lässt sie sich über lange Zeit nicht blicken, wird der Mensch schneller reizbar. Diese Verstimmung kann zu einer richtigen Winterdepression auswachsen. Warum das so ist? Die Sonne setzt neben Vitamin D auch Endorphine, also Glückshormone, frei.

Bereits am frühen Dienstagmorgen wurde die Autobahn A 5 zwischen Darmstadt und Frankfurt nach Blitzeis und einem Lkw-Unfall für Stunden in Richtung Frankfurt gesperrt. Ein Lastwagen kam in der Höhe von Weiterstadt ins Schlingern und stürzte um, so dass er alle drei Fahrspuren blockierte. Der Fahrer wurde bei dem Unfall leicht verletzt. Durch die Sperrung kam es auch auf den Umleitungsstrecken zu langen Staus.

Die Autobahn Würzburg-Frankfurt (A3) waren wegen anhaltender Schneefälle fast komplett lahmgelegt. Auch in Nordrhein-Westfalen kam es zu zahlreichen Unfällen und langen Staus auf den Autobahnen. Auf einer Landstraße zwischen Erkrath und Mettmann kam am frühen Dienstagmorgen nach Polizeiangaben eine 30-jährige Frau bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Ihr Wagen sei in einer Kurve von der schneebedeckten Straße abgekommen, eine Böschung heruntergerutscht und gegen einen Baum geprallt, sagte ein Polizeisprecher. Die Frau sei noch am Unfallort verstorben.

Auch in Rheinland-Pfalz behinderte das Winterwetter den Straßenverkehr. So kam es etwa auf der Autobahn A 61 zwischen Worms und Alzey zu Unfällen.


Kommentare (5)

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Michael

12.03.2013, 10:55 Uhr

Ohne ausnahme, jedes mal das gleiche. Es ist schon nicht mehr lustig.

Account gelöscht!

12.03.2013, 11:55 Uhr

@Michael

was soll man erwarten in einem Land, das jahrzehnte Klima-Erwärmungspropaganda hinter sich hat, z.B.
Auszug aus einem Spiegel-Online Artikel vom 1.4.2000:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/winter-ade-nie-wieder-schnee-a-71456.html

Nie wieder Schnee?
In Deutschland gehören klirrend kalte Winter der Vergangenheit an: "Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben", sagt der Wissenschaftler Mojib Latif vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie.
"Durch den Einfluss des Menschen werden die Temperaturen bei uns mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent noch weiter steigen", meint Latif. Wegen dieses so genannten Treibhauseffekts wird es in Mittel- und Nordeuropa künftig mehr Westwindlagen geben. Das hätte wiederum regenreiche und noch mildere Winter zur Folge.

-> Natürlich fühlt er sich jetzt mißverstanden und merkt nach 13 Jahren, daß er falsch zitiert wurde (weil er damals vom St Nimmerleinstag gesprochen hätte).

Bei mir liegt jetzt ca. 10 cm Schnee (Mainzer Gegend) und das im März, wo es seit 20 Jahren nie nennenswert geschnien hat. Wann gibt die deutsche Presse endlich den Klimaschwindel zu (die NY-Times hat z.B. ihr Klima-Desk geschlossen, dh. die Abteilung zugemacht) oder hört mit diesen unsäglichen Beiträgen auf wie z.B. das sogenannte Klimaorakel (das ist "Lieschen Müller fragt" für Klimagläubige)?

fluglaermneindanke

12.03.2013, 13:01 Uhr

Das Beste an dem Schnee: himmlische Ruhe im Rhein-Main-Gebiet!! Es sollte öfter schneien.

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