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11.05.2014

09:41 Uhr

Eurovision Song Contest

Europa stimmt für Dragqueen

Mit einer bombastischen Ballade triumphiert die Österreicherin Conchita Wurst beim Eurovision Song Contest. Es ist der zweite Sieg der Alpenrepublik. Deutschland landet trotz gutem Auftritt nur auf Platz 18.

Drag-Queen gewinnt Song Contest

Europa wählt Conchita Wurst

Drag-Queen gewinnt Song Contest: Europa wählt Conchita Wurst

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KopenhagenContest-Sieg für Conchita: Mit einer pompösen Popballade hat die glamourös-grazile Vollbart-Dragqueen Conchita Wurst für Österreich beim Eurovision Song Contest triumphiert. Ihr Lied „Rise Like A Phoenix“ (Wie Phönix aus der Asche auferstehen) erinnert an einen James-Bond-Song.

Es ist der zweite Sieg der Alpenrepublik. 1966 gewann Udo Jürgens mit „Merci Chérie“. Deutschland landete in Kopenhagen in der Nacht zum Sonntag mit dem Polka-Poplied „Is It Right“ der Newcomerband Elaiza abgeschlagen auf Rang 18 von 26 Finalteilnehmern.

„Diese Nacht widme ich allen, die an Frieden und Freiheit glauben. Wir sind eine Einheit“, schluchzte Wurst im figurbetonten, bodenlangen, goldfarbenen Abendkleid. „Ich habe hier soviel mehr bekommen als nur eine Trophäe.“ Ihr Auftritt war eine Show voller Dramatik mit Lichtstrahlen und Flammenmeer-Optik. Österreichs Rundfunkanstalt ORF hatte Wurst alias Tom Neuwirth (25) ohne Vorentscheid nach Dänemark geschickt.

Der ESC wird somit nächstes Jahr, wenn er zum 60. Mal über die Bühne geht, wahrscheinlich in Wien ausgetragen. Gleich nach der Show regte Wursts Agent René Berto an, dass die Dragqueen nächstes Jahr den ESC moderieren könnte. „Ich wäre gern Gastgeberin“, sagte Conchita. Der nächste Grand Prix solle „glamourös“ werden.

Viele deuteten den Dragqueen-Sieg als Zeichen gegen Ausgrenzung und für ein tolerantes, schwulenfreundliches Europa. Die Politik blieb auch beim Thema Ukraine-Konflikt nicht außen vor. Russland wurde beim Auftritt der Tolmatschewy Sisters und bei der Punktevergabe gnadenlos ausgebuht.

Österreich lag am Ende mit 290 Punkten vor den Niederlanden (238) und Schweden (218). Die Schweiz erreichte den 13. Platz. Der in Italien liegende Kleinstaat San Marino landete abgeschlagen auf Platz 24 mit dem vom deutschen Grand-Prix-Urgestein Ralph Siegel („Ein bisschen Frieden“) komponierten Lied „Maybe (Forse)“.

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