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10.02.2017

04:15 Uhr

Eurovision Song Contest

Isabella Levina Lueen fährt für Deutschland nach Kiew

Deutschland schickt Isabella Levina Lueen zum Eurovision Song Contest 2017 in Kiew. Beim Vorentscheid schüttelt die 25-Jährige mit ihrem Lied „Perfect Life“ die Konkurrenz ab.

Die Sängerin Isabella Levina Lueen geht am 13. Mai beim ESC in der Ukraine für Deutschland an den Start. dpa

Unser Song für 2017

Die Sängerin Isabella Levina Lueen geht am 13. Mai beim ESC in der Ukraine für Deutschland an den Start.

KölnIsabella Levina Lueen hat den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2017 in Kiew gewonnen. Im Finale der ARD-Show „Unser Song 2017“ setzte sich die 25-Jährige am Donnerstagabend in Köln mit ihrer Interpretation des Liedes „Perfect Life“ beim Zuschauervoting durch und soll damit nun auch am 13. Mai in der Ukraine an den Start gehen. Der Song war speziell für den ESC komponiert worden.

Am Ende votierten 69 Prozent der Zuschauer für „Perfect Life“. Die Jury aus ESC-Gewinnerin Lena, Volksmusik-Moderator Florian Silbereisen und Sänger Tim Bendzko hatte nur kommentierende Funktion - kürte Levina, die in Berlin und London lebt, allerdings schon früh zur Favoritin des Abends.

Moderatorin Barbara Schöneberger sprach von einer „Welle der Sympathie“. „Du hast es wirklich unglaublich gesungen“, sagte Deutschlands bislang letzte ESC-Gewinnerin Lena. Für Florian Silbereisen „macht Deutschland definitiv nichts falsch“ mit der ausgebildeten Sängerin, die aktuell noch in Bars auftritt. Für Deutschland kann es beim Eurovision Song Contest nach letzten Plätzen in den Jahren 2016 und 2015 eigentlich nur noch besser werden. Das Finale in Kiew findet am 13. Mai statt.

Deutschland und der ESC

Der Eurovision Song Contest

Die Geschichte des Eurovision Song Contest (ESC) reicht bis ins Jahr 1956 zurück - und damit von Kiew bis nach Lugano. Welche Erinnerungen verbinden die Deutschen damit? Neun Antworten.

Gründungsmitglied

Deutschland zählt zu den Begründern des ESC - neben Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, den Niederlanden und der Schweiz.

Premiere

Als erster ging 1956 Freddy Quinn an den Start. „So geht das jede Nacht“, sang er in Lugano. Das Besondere: Die sieben Teilnehmerländer konnten jeweils zwei Interpreten ins Rennen schicken. „Im Wartesaal zum großen Glück“, hieß der Titel von Walter A. Schwarz.

Rekordteilnehmer

Damit war kein anderes Land so oft am ESC beteiligt wie Deutschland – nämlich 61 Mal. Es folgen Frankreich (60) sowie Belgien und Großbritannien (jeweils 59).

Ausgeschlossen

Einmal wurde die deutsche Hoffnung nicht zum Finale zugelassen, denn 1996 gab es zu viele Bewerber. Leon und sein Song „Blauer Planet“ durften nicht mit nach Oslo.

Regeländerung

Der Auswahlmodus wurde danach geändert: Die großen Geldgeber England, Frankreich, Spanien und Deutschland waren fortan automatisch für die Endrunde qualifiziert.

Siege

Siegreich waren die Deutschen bisher allerdings erst zwei Mal: Nicole („Ein bisschen Frieden“) gewann 1982 im englischen Harrogate und Lena 28 Jahre später mit „Satellite“ in Oslo.

Zweiter

Immerhin vier Mal war ein zweiter Platz drin: 1980 für Katja Ebstein („Theater“), 1981 für Lena Valaitis („Johnny Blue“) sowie für die Gruppe Wind 1985 („Für alle“) und 1987 („Lass die Sonne in dein Herz“).

Null Punkte

Drei Mal mussten deutsche Kandidaten die Heimreise mit null Punkten im Gepäck antreten: 2015 Ann Sophie („Black Smoke“), 1965 Ulla Wiesner („Paradies, wo bist du?“) und 1964 Nora Nova („Man gewöhnt sich so schnell an das Schöne“).

Gastgeber

Und drei Mal waren die Deutschen bisher Gastgeber: 1957 in Frankfurt, 1983 in München und 2011 in Düsseldorf.

„Ich glaube, ich habe noch gar nicht genau realisiert, was heute Abend passiert ist“, sagte Levina, nachdem die Entscheidung gefallen war. Wie es mit ihrem Musikmanagement-Studium in London weitergehe, wisse sie noch nicht. Sie habe sich darüber noch keine Gedanken gemacht. Auf die Frage, warum Deutschland erst jetzt ihr Talent bemerke, sagte sie: „Ich war schon immer hier. Ich habe es halt nur jetzt irgendwie an die Öffentlichkeit geschafft.“

Der deutsche Vorentscheid trug in diesem Jahr den Namen „Unser Song 2017“. Der zuständige NDR tat sich dafür mit Raab TV zusammen und rief ein Casting ins Leben - auch in der Hoffnung, an das Jahr 2010 anknüpfen zu können, als die spätere ESC-Siegerin Lena entdeckt wurde. In diesem Jahr gingen fünf Nachwuchs-Musiker ins Rennen. Am längsten konnte der Hamburger Axel Maximilian Feige noch mit Levina mithalten.

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Die Songs waren vorgegeben. Das Sieger-Lied „Perfect Life“ stammt unter anderem aus der Feder von Songwriterin Lindy Robbins. Sie hat auch schon die Backstreet Boys („Incomplete“) und den DJ David Guetta („Dangerous“) zuverlässig mit Chart-Material versorgt. In den sozialen Netzen meinten User am Abend gewisse Ähnlichkeiten zwischen dem deutschen ESC-Song und dem Hit „Titanium“ von Guetta und Sia erkennen zu können.

Moderatorin Schöneberger verabschiedete sich vom TV-Publikum bis zum 13. Mai, wenn sie wieder auf der Hamburger Reeperbahn die Grand-Prix-Party moderiert, mit den Worten: „Bei fünf Grad und waagerechtem Regen.“

Von

dpa

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