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02.11.2013

03:57 Uhr

Evakuierung

Ein Toter bei Schießerei am Flughafen in Los Angeles

Chaos und Panik am Flughafen von Los Angeles: Ein Mann schießt im Terminal 3 um sich, mehrere Menschen werden verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde in Gewahrsam genommen. Ein Sicherheitsbeamter kam ums Leben.

Sondereinheiten der Polizei sichern das Gelände am Terminal 3 des Flughafens in Los Angeles. ap

Sondereinheiten der Polizei sichern das Gelände am Terminal 3 des Flughafens in Los Angeles.

Los AngelesBei einer Schießerei am Flughafen von Los Angeles ist ein Beamter der US-Sicherheitsbehörde TSA ums Leben gekommen. Ein 23-jähriger Mann hatte den Sicherheitsbeamten erschossen, teilte die Polizei am Freitag mit. Der Verdächtige wurde nach einem Feuergefecht mit Polizisten verletzt festgenommen.

Wegen des Vorfalls wurden einige Flüge gestrichen, insgesamt waren in den USA mehr als 700 Flüge von den Ereignissen in Los Angeles betroffen. Der Flughafen in Los Angeles ist der drittgrößte in den USA. Berichte von drei Toten bestätigten sich nicht.
Nach der Festnahme gab die Polizei Entwarnung. Nach Angaben der Feuerwehr wurden insgesamt fünf Personen ins Krankenhaus gebracht: der verletzte Täter, der getötete und die beiden verletzten Sicherheitsbeamten sowie eine Person, die sich den Fuß gebrochen hatte. Zum Zustand der beiden verletzten Beamten gab es zunächst keine Informationen.

Der Verdächtige trug eine Arbeitsuniform und einen Rucksack, in dem eine handschriftliche Notiz mit der Aufschrift, er „wolle TSA und Schweine töten“, wie Sicherheitskreise der Nachrichtenagentur AP mitteilten. TSA steht für Verkehrs-Sicherheitsverwaltung (Transportation Safety Administration). Der getötete Sicherheitsbeamte habe für TSA gearbeitet.

Die US-Polizei identifizierte den Täter als eien 23-jährigen Mann aus New Jersey. Dort erklärte die Polizei, es habe kurz zuvor einen Anruf des Vaters gegeben. Dieser habe berichtet, dass eines seiner anderen Kinder eine Nachricht des Sohnes erhalten habe, in der dieser erklärte, dass er sich das Leben nehmen wolle. Daraufhin sei die Polizei in Los Angeles alarmiert worden, die einen Streifenwagen zu dessen Wohnung geschickt habe. Zimmergenossen erklärten, sie hätten ihn zuletzt am Donnerstag gesehen und es gehe ihm gut.

Die USA und die Waffen

Undurchsichtige Rechtslage

Im Zweiten Zusatzartikel zur Verfassung ist das Recht auf privaten Waffenbesitz verbrieft. Dort heißt es: "Weil eine gut organisierte Miliz für die Sicherheit eines freien Staates erforderlich ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden." Die Frage, wie weit dieses Recht reicht und welchen Beschränkungen es unterworfen werden darf, ist Gegenstand kontroverser Debatten.

Seit 1993 steht etwa eine Überprüfung von Waffenkäufern im Bundesrecht. Verurteilte Kriminelle, Menschen mit psychischen Störungen oder Drogenabhängige dürfen demnach keine Schusswaffen erwerben. Ein im Folgejahr erlassenes Verbot halbautomatischer Gewehre wurde dagegen 2004 nicht verlängert. Dazu kommt ein Dschungel an Gesetzen und Verordnungen auf Ebene der Bundesstaaten und Kommunen. Immer wieder landeten regionale Beschränkungen für Waffenerwerb und -besitz dabei vor dem Obersten Gerichtshof, der in Grundsatzurteilen 2008 und 2010 ein Recht auf private Waffen anerkannte.

Zahl der Schusswaffen

Mehreren Studien zufolge sind in den USA bis zu 300 Millionen Schusswaffen im Privatbesitz - das entspricht fast einer Waffe pro Einwohner. In einer Erhebung des Gallup-Instituts aus dem vergangenen Jahr gaben 47 Prozent der Befragten an, in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe zu leben. Jeder dritte US-Bürger ist demnach selbst Waffenbesitzer.

Die Waffenschmieden des Landes produzierten im Jahr 2011 knapp 2,5 Millionen Pistolen, 573.000 Revolver sowie mehr als drei Millionen Gewehre, wie die Statistiken der Behörde für Alkohol, Tabak und Feuerwaffen (ATF) zeigen. In den USA gibt es fast 130.000 lizensierte Waffenhändler.

Opfer durch Waffengewalt

Mehr als 30.000 Menschen sterben in den USA jedes Jahr durch Schusswaffen - darunter sind mehr als 12.000 Morde. Die Anti-Waffen-Lobbyisten der Brady Campaign geben in ihrer Berechnung aus dem Jahr 2011 an, dass 270 Menschen täglich durch Schusswaffen verletzt oder getötet werden. Darunter seien auch 38 verletzte und acht getötete Minderjährige. Nach Angaben der Bundespolizei FBI wurden im vergangenen Jahr 68 Prozent aller Morde mit Schusswaffen verübt.

Der Polizeichef des Flughafens, Patrick Gannon, sagte, der Bewaffnete habe das Terminal 3 betreten, ein Sturmgewehr aus seinem Rucksack geholt und zu schießen begonnen. Er habe auf einen Kontrollpunkt geschossen, an dem ein Sicherheitsbeamter die Dokumente der Fluggäste prüft, bevor sie den Sicherheitsbereich des Terminals betreten. Beamte hätten das Feuer erwidert und den Mann festgenommen. „Wie man sich vorstellen kann, brach wegen dieses Vorfalls großes Chaos aus“, sagte Gannon.

Einige Fluggäste seien evakuiert worden, während andere in die Flughafen-Restaurants und Lounges gebracht wurden. Bombenspezialeinheiten waren vor Ort.
Polizei-Beamtin Norma Eisenman sagte, viele Menschen seien durch das Gewehrfeuer getroffen worden, ihr Zustand sei aber nicht bekannt. Der Verdächtige hätte sich mit der Flughafen-Polizei vor seiner Festnahme ein Gefecht geliefert. Er habe eine halbautomatische Waffe benutzt.

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