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27.12.2015

12:45 Uhr

Evakuierungen wegen Hochwasser

Land unter in Nordengland

Überflutete Häuser, versunkene Autos, Boote auf den Straßen – viele Einwohner Nordenglands steht das Wasser wortwörtlich bis zum Hals. Die Lage ist prekär. Mancherorts stoßen die Behörden an ihre Grenzen.

Helfer unterwegs auf einer überfluteten Straße in der nordenglischen Stadt. Reuters

Hochwasser in York

Helfer unterwegs auf einer überfluteten Straße in der nordenglischen Stadt.

LondonÜberflutete Häuser, versunkene Autos, Boote auf den Straßen - viele Einwohner Nordenglands haben nach schweren Regenfällen den zweiten Weihnachtsfeiertag im Kampf gegen die Wassermassen zugebracht. In der Nacht zum Sonntag und am frühen Sonntagmorgen mussten erneut Hunderte Briten ihre Häuser verlassen, Tausende waren ohne Strom. „An vielen Orten haben wir den Höhepunkt noch nicht erreicht“, sagte Umweltministerin Elizabeth Truss dem Sender BBC.

Die Hochwasserlage ist prekär: Manche Flüsse seien weiter über die Ufer getreten als je zuvor. Die britische Umweltbehörde hatte bereits am Samstag nach heftigen Regenfällen in insgesamt 30 Regionen „Alarmstufe rot“ ausgelöst, bei der Lebensgefahr besteht. In Lancashire 350 Kilometer nordwestlich von London waren Hunderte Einwohner aus ihren Häusern evakuiert worden, weil nach sintflutartigem Regen Wasser Hochwasserbarrieren überspülte. Soldaten verstärkten Deiche mit Sandsäcken. Schwere Lkw brachten zusätzliche Ausrüstung. An deren Stellen waren die Deiche bereits gebrochen. Wassermassen ergossen sich über die Straßen.

Truss kündigte an, den Hochwasserschutz in den betroffenen Regionen zu überprüfen. Premierminister David Cameron wollte am Sonntag eine telefonische Krisenkonferenz einberufen. Auch vergangenen Winter waren Teile Großbritanniens wochenlang von schweren Überschwemmungen heimgesucht worden.

Das Rote Kreuz und das britische Militär waren rund um die Uhr im Einsatz. Mancherorts stießen die Behörden bereits an ihre Grenzen: „Haben keine „Straße geschlossen“-Schilder mehr“, schrieb etwa die Polizei North Yorkshire auf Twitter. „Fahren Sie nicht ins Hochwasser, vermeiden Sie überschwemmte Straßen.“

In anderen gefährdeten Regionen wurde Bewohnern empfohlen, sich an höher gelegene Orte zu begeben. Die Einwohnerin Abbi Blackburn berichtete jedoch, für eine Flucht sei es zu gefährlich, sowohl zu Fuß als auch mit dem Auto. Das Wasser stehe bereits in ihrem Keller. Sie habe keinerlei Möglichkeit, den Rest ihres Hauses vor den Fluten zu schützen. „Es ist ziemlich schlimm und der Regen trommelt immer noch herunter“, sagte sie.

Der für Hochwasser zuständige Minister Rory Stewart sagte, die betroffenen englischen Regionen würden von einer noch nie dagewesenen Niederschlagsmenge getroffen. Die Prognosen warnten nun davor, dass örtlich an einem einzigen Tag die Regenmenge eines ganzen Monats fallen könnte.

Insgesamt gelten derzeit 335 Hochwasserwarnungen für Gebiete in England, Schottland und Wales. Die BBC berichtet in einem Live-Blog von den aktuellen Entwicklungen.

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