Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.04.2017

13:17 Uhr

Evangelischer Kirchentag

Ex-Präsident Obama kommt nach Deutschland

Dem Evangelischen Kirchentag in Deutschland steht hoher Besuch bevor: Der ehemalige US-Präsident Barack Obama wird im Mai das Glaubensfest besuchen. In Berlin und Wittenberg werden dann 500 Jahre Reformation gefeiert.

Der frühere US-Präsident kommt im Mai zum Evangelischen Kirchentag nach Deutschland. dpa

Barack Obama

Der frühere US-Präsident kommt im Mai zum Evangelischen Kirchentag nach Deutschland.

BerlinDer frühere US-Präsident Barack Obama wird in sechs Wochen beim Evangelischen Kirchentag in Deutschland erwartet. Der 55-Jährige werde am 25. Mai beim Evangelischen Kirchentag in Berlin an einer Diskussionsrunde mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnehmen, teilten die Veranstalter des Glaubensfestes am Dienstag mit.

Die Diskussion zum Thema „Engagiert Demokratie gestalten - Zuhause und in der Welt Verantwortung übernehmen“ findet vor dem Brandenburger Tor statt. Sie werde vom Kirchentag und der Obama-Stiftung gemeinsam verantwortet und vorbereitet, hieß es.

Zu dem großen Glaubenfest vom 24. bis 28. Mai werden in Berlin 140.000 Besucher erwartet, zum Abschlussgottesdienst auf den Elbwiesen vor den Toren Wittenbergs etwa 200.000 Menschen. Es steht dieses Mal ganz im Zeichen von 500 Jahren Reformation. Zuerst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ (Dienstag) über den Gast aus den USA berichtet.

Obama (55) war acht Jahre US-Präsident und übergab das Amt zu Jahresbeginn an Donald Trump. Er gehörte früher einer christlichen schwarzen Kirchengemeinde in Chicago als Sozialarbeiter an. Im vergangenen November war er letztmalig als Präsident in Deutschland zu Besuch – in Berlin.

Unklar blieb zunächst, ob Obama nach Berlin oder nach Wittenberg reist. In jedem Fall wäre das eine Herausforderung für die Sicherheitsbehörden. Denn: Die Sicherheitsmaßnahmen für gerade aus dem Amt geschiedene US-Präsidenten sind fast identisch mit denen für amtierende US-Präsidenten. Das dürfte Auswirkungen auf den gesamten Kirchentag haben.

Barack Obamas Besuche in Deutschland

Zum achten Mal

Zum ersten Mal kam er als Senator, danach sechsmal als US-Präsident. Bei seinem letzten Deutschland-Besuch als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika im November hatte Barack Obama gesagt, als Privatmann wolle er einmal zum Oktoberfest nach München kommen. Nun reist er aber schon im Mai an – zum Evangelischen Kirchentag. Seine Deutschland-Besuche im Überblick.

Juli 2008

Als Senator tritt Obama während des US-Wahlkampfes in Berlin auf. Der Kandidat der Demokraten spricht mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und vor rund 200.000 Menschen an der Siegessäule. Eine Rede vor dem Brandenburger Tor – als Kandidat und nicht Präsident – hatte Merkel ihm nicht gestattet.

April 2009

Obama kommt erstmals als Präsident. Im Rahmen eines Nato-Gipfels besucht er Baden-Baden und die badische Grenzstadt Kehl. Mit Merkel trifft er sich zu einem persönlichen Gespräch.

Juni 2009

In Dresden beten Merkel und Obama in der Frauenkirche. Nach einem Rundgang im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald erinnern beide an die Gräuel des Nationalsozialismus. Obama schließt seinen Besuch in Rheinland-Pfalz ab.

Juni 2013

Ein gutes halbes Jahr nach seiner Wiederwahl kommt Obama nach Berlin. Jetzt darf er seine Rede auch vor dem Brandenburger Tor halten. Er schlägt weitere Schritte zur atomaren Abrüstung vor.

Juni 2015

Obama kommt zum G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs führender Industrieländer auf Schloss Elmau in Bayern. Klimaschutz und der Ukraine-Konflikt stehen im Fokus.

April 2016

Obama eröffnet gemeinsam mit Merkel die Hannover Messe, deren Partnerland diesmal die USA sind. Er schwärmt von der Kanzlerin und bezeichnet sie als große Kraft in Europa und verlässliche Politikerin.

November 2016

Obama unternimmt eine letzte Europareise als Präsident und sagt Merkel in Berlin goodbye. Sie war für ihn nach eigenen Worten die wichtigste ausländische Partnerin in seiner Amtszeit.

Mai 2017

Obama nimmt voraussichtlich am Evangelischen Kirchentag teil, der vom 24. bis 28. Mai in Berlin und Wittenberg stattfindet.

Das Glaubenfest wäre für den ehemaligen Präsidenten eine Premiere. Seine Halbschwester Auma, eine Soziologin und Autorin aus Kenia, war dagegen bei den im jährlichen Wechsel veranstalteten Kirchen- und Katholikentagen schon mehrfach zu Gast. Sie lebte lange in Deutschland und spricht auch deutsch.

Die evangelische Kirche feiert in diesem Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen den 500. Jahrestag des Beginns der Reformation. 1517 hatte der Theologe Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel verfasst und sie der Überlieferung nach an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen. Die Reformation, die schließlich zur Kirchenspaltung führte, nahm damit ihren Lauf.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Franz Paul

11.04.2017, 12:02 Uhr

Darauf kann ich glatt verzichten!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×