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28.05.2014

13:17 Uhr

Ex-Bundespräsident

Wulff veröffentlicht Buch über seinen Rücktritt

Christian Wulff war nur 19 Monate Bundespräsident, doch viel ist damals passiert: Anfang Juni stellt er ein Buch vor und spricht darin über die Korruptionsvorwürfe, das Verhalten der Medien – und seine eigenen Fehler.

Über einen Revisionsantrag gegen Wulffs Freispruch durch das Landgericht Hannover ist noch nicht entschieden. dpa

Über einen Revisionsantrag gegen Wulffs Freispruch durch das Landgericht Hannover ist noch nicht entschieden.

HannoverEr war Bundespräsident, wurde durch einen Korruptionsvorwurf aus dem Amt getrieben und zwei Jahre später vom Gericht freigesprochen: Nun hat Christian Wulff ein Buch über diese Zeit geschrieben. Am 10. Juni will er das Werk mit dem Titel „Ganz oben Ganz unten“ in einer Pressekonferenz in Berlin vorstellen, wie eine Sprecherin des C.H. Beck Verlages am Mittwoch ankündigte. Wulff ist der einzige Bundespräsident, der jemals in einem Strafprozess vor Gericht stand.

In dem Buch beleuchte er das Verhalten der Medien und auch der Staatsanwaltschaften in Celle und Hannover, teilte die Sprecherin weiter mit. Er beschreibe, wie aus seiner Sicht die Affäre inszeniert wurde und wie es sich anfühle, massiven Vorwürfen ausgesetzt zu sein. Auch seine eigenen Fehler benenne er.

Die Justiz im Fall Wulff

Der Richter

Frank Rosenow ist Vorsitzender Richter der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Hannover. Der Jurist gilt als gelassener Verhandlungsführer, der auch bei brenzligen Themen Ruhe ausstrahlt. Trotz allen Lächelns lässt er im Gerichtssaal nie Unklarheit darüber aufkommen, wer der Herr des Verfahrens ist. Rosenow arbeitet seit 1990 in der niedersächsischen Justiz, zunächst am Landgericht Stade, später am Oberlandesgericht Celle und seit 2010 in Hannover.

Der Richter kann auch sehr unkonventionell und pragmatisch agieren: Größere Schlagzeilen machte er, als er 2012 in einem Prozess einen Wachtmeister losschickte, um für einen alkoholkranken Zeugen zwei Flachmänner mit Weinbrand zu kaufen. Der Mann sollte so seine Entzugserscheinungen mildern, um besser auf Fragen antworten konnte. „Was für eine Schnapsidee“, titelte später die lokale Presse.

Der erste Ankläger

Clemens Eimterbäumer ist der Chefermittler in Sachen Wulff: Er leitet bei der Staatsanwaltschaft Hannover die Zentralstelle für Korruptionsstrafsachen. Der 43-jährige Jurist übernahm diesen Posten 2011, anderthalb Monate bevor die ersten Vorwürfe gegen den damaligen Bundespräsidenten Wulff auftauchten. In der Aufklärung von Korruptionsstraftaten gilt der Jurist nach Angaben aus seinem Haus als ausgesprochener Spezialist. Allerdings gerieten die Wulff-Ermittlungen auch immer wieder in die Kritik: Zum einen, weil sie extrem detailliert geführt wurden und sich mehr als ein Jahr hinzogen. Zum anderen, weil der Kern der Anklage immer mehr zusammenschrumpfte. Für Ärger sorgte ferner, dass laufend Details der Ermittlungen in die Öffentlichkeit gelangten.

Oberstaatsanwalt Eimterbäumer begann seine Karriere 1998 bei der Staatsanwaltschaft Hannover, dort baute er die Abteilung für Finanzermittlungen mit auf. Später folgten Stationen als Richter in Bückeburg, Stolzenau und Celle.

Die zweite Anklägerin

Anna Tafelski ist die zweite Vertreterin der Staatsanwaltschaft im Wulff-Prozess. Die 30-Jährige arbeitete als Richterin in Verden und Nienburg, bevor sie in die Abteilung für Vermögensermittlungen und Geldwäsche der Staatsanwaltschaft Hannover wechselte.

Der erste Verteidiger

Rechtsanwalt Bernd Müssig hat nicht nur Christian Wulff als prominenten Mandanten: Für Max Strauß holte er in zweiter Instanz einen Freispruch heraus, als dieser sich in einem Steuer-Strafprozesses wegen Geldzahlungen von Rüstungslobbyist Karlheinz Schreiber verantworten musste. Müssig verteidigte auch Bundeswehroberst Georg Klein, der in Afghanistan das Bombardement von Tanklastern befahl, bei dem bis zu 142 Menschen starben.

Der 52 Jahre alte Müssig lehrt neben seiner Tätigkeit als Anwalt als Professor an der Uni Bonn. Außerdem hat er zahlreiche Bücher zum Strafrecht, zum Strafprozessrecht und zur Rechtstheorie veröffentlicht.

Der zweite Verteidiger

Verteidiger Michael Nagel aus Hannover ist seit knapp 20 Jahren als Anwalt tätig. Einer seiner Fälle, der Schlagzeilen machte, war der eines jungen Mannes, der nach einem Urlaubsflirt mit einem britischen Mädchen acht Monate in der Türkei in Untersuchungshaft saß. Nagel legte das Mandat nieder, als sein Mandant ein Buch über sein Schicksal veröffentlichte.

Der Jurist Nagel lehrt wie sein Co-Verteidiger Müssig auch an der Uni, er ist Honorarprofessor in Hannover. Bevor er Jura und Philosophie studierte, absolvierte Nagel zunächst eine Banklehre.

Wulff war mit 51 Jahren der jüngste Bundespräsident. Nach 19 Monaten verließ er das Schloss Bellevue nach der kürzesten Amtszeit eines Staatsoberhauptes der Bundesrepublik. Der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident war nach drei Wahlgängen am 30. Juni 2010 ins Amt gewählt worden. Der Vater von zwei Kindern lebt von seiner zweiten Frau getrennt. Über einen Revisionsantrag gegen seinen Freispruch durch das Landgericht Hannover ist noch nicht entschieden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

29.05.2014, 10:59 Uhr

dieser feine herr schreibt doch nicht selbst!!!
Hoheit lassen schreiben!!!!!

wer bücher von boris becker,dieter bohlen, gerhard(spd zerleger)schröder usw kauft, der sollte sich diesen toilettenpapier-ersatz zulegen!!!

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